Piraten-Gen

Wer hat es sich nicht auch schon gewünscht – Pirat zu sein!

Frei von Zwängen und Banden der Gesellschaft über die sieben Weltmeere segeln und tun, was einem gefällt.

Zu diesem Tun, was einem gefällt – und das trübt den Traum – gehört natürlich auch das Kapern von Schiffen, das Abschlachten unschuldiger Schiffsbesatzungen oder Hafenbewohner, das Vergewaltigen der Frauen, Töchter und Mütter der unschuldigen Schiffsbesatzungen und Hafenbewohner, das Rauben, Plündern und Brandschatzen der Häuser der Hafenbewohner und schliesslich auch das Kielholen eigener Kameraden, die sich des Vergehens des Rum-Klaus schuldig gemacht haben.

Die Piraterie ist war kein Zuckerschlecken. Langeweile, unterbrochen von der einen oder anderen Züchtigung oder der vorangegangenen Prügelei, tagelanges Warten auf ein vorbeiziehendes Schiff, der ständige Durst und Hunger waren der wirkliche Alltag der Piraten. Von einem Monat auf See war ein Tag Action.

Ich weiss, wovon ich rede.

Kapitän der «Uristier» Hannes Meyer, auch «Gertel» genannt (weil der Gertel seine Lieblingswaffe war), letzter und einziger Kapitän des einzigen Piratenschiffes unter Schweizer Mannschaft. Foto der British Navy, 1852, National Maritime Museum Greenwich.*

Mein Ururgrossvater war ein Pirat und zählte zu den letzten Halbverhungerten dieses Berufsstandes, die den ersten dampfbetriebenen Kanonenbooten der British Navy zum Opfer fielen und Hals über Kopf das Weite suchen das Piratenleben an den Nagel hängen mussten.**

Nach seiner Gefangennahme und schnellen Wieder-Freilassung (es wird gemunkelt, dass er sich auf einen geheimen Kaperbrief der Royal Navy berufen konnte), kam er wieder in die Schweiz, wo er 1891 als wohl einer der ältesten Piraten im Alter von 98 Jahren starb. ***

Der Pirat lebt in mir weiter. Ich spüre es. Immer an der Grenze, der Gesellschaft zu entgleiten, muss ich mich täglich gegen das Piraten-Gen meines Ururgrossvaters wehren. Es drängt, es ruft ohne Unterlass. Manchmal schliesst sich meine Hand um den nicht existierenden Griff des Schwertes oder Gertels meines Vorfahren.

Was will man dagegen tun? Therapie? Wohl kaum. Zudem bin ich zu geizig, mein Geld mit Seelenklempnern zu teilen. Dann der Alkohol? Hab ich ausprobiert – hat nichts genützt. Natürlich habe ich mit dem Saufen nie aufgehört, denn nur weil es nichts nützt, heisst das ja nicht, dass es schadet. Würde die Piraterie selber helfen? Aber wie soll ich das anstellen. Die Gallia oder Unterwalden kapern? Ich habe nicht einmal ein Segelschiff, und vor Motoren habe ich Angst.

Möglicherweise könnte ich mich als Internetpirat versuchen? Allerdings hat es in diesem WWW mehr Piraten, als jemals auf den Weltmeeren in den kalten Schlund der See gezogen wurden (und das waren fast alle).

Ich werde also einfach dagegen ankämpfen und hoffe, dass, sollte es einmal durchbrechen, der Richter ein Einsehen hat und es – wie ich – auf die Gene meines Ururgrossvaters schiebt.

* Diese Information ist möglicherweise frei erfunden.

** Mit dieser Information sieht es wohl nicht besser aus.

*** Was soll ich sagen …

2 thoughts on “Piraten-Gen”

  1. Aussprache und Abstimmung uber die kunftige Struktur der Piraten Hagen, insbesondere Fortbestand oder Auflosung des Kreisverbandes Abstimmung wurde beantragt fur die Fragen: 4.1 Fortbestand des KV Piraten Hagen 4.2 Grundung eines vKV Piraten Hagen Nicht konkurrierend gibt es noch den Vorschlag: Uberfuhrung in einen Regionalverband mit benachbarten Kreisen. Da dies erst noch mit und in den Nachbarkreisen diskutiert und zu beschlie?en ware, kann zu diesem Vorschlag nur daruber abgestimmt werden: 4.3 Die Vorstandsmitglieder (die Buropiraten) werden beauftragt den Nachbarkreisen die Grundung und Uberfuhrung der Kreisverbande in einen Regionalverband vorzuschlagen und auf eine solche Uberfuhrung hinzuarbeiten.

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