Das Projekt Nienetwil

Projekt Nienetwil

Überrascht, dass es Nienetwil nicht wirklich gegeben hat? Nienetwil wurde ursprünglich erfunden, um in einem regionalen Wirtschaftsförderprojekt Kunst, Design, Handwerk und Tourismus zusammenzubringen. Ziel war, dass KünstlerInnen und DesignerInnen Objekte fertigen, die einen Bezug zur Nienetwiler Kultur haben (Kunst/Design). Danach werden die Objekte vergraben. Ein Jahr später wird eine archäologische Grabung veranstaltet, bei der die Objekte wieder ausgegraben und im Museum Nienetwil – Museum für visionäre Vergangenheit ausgestellt werden (Tourismus). Zusammen mit HandwerkerInnen werden daraus nun tatsächlich nutzbare Dinge nachgebaut, Möbel etwa, Schmuck usw. (Handwerk). Die Möbel und die neuen Objekte werden schliesslich im Museumsshop und im Internet verkauft.

Das war die Vision. Dazu kamen allerdings schnell Aspekte und Fragestellungen von Universitäten und Hochschulen, da sich anhand einer erfundenen Kultur gewisse Probleme losgelöst von den tatsächlichen kulturellen oder politischen Grenzen besprechen lassen.

Im ersten Projekt ging es um Wasser. Was ist Wasserversorgung? Wie wichtig ist sie und wie muss sie geregelt werden? Welche Wässer gibt es (Flüsse, Seen, Zuwasser, Abwasser, Brauchwasser usw.)? Welchen Einfluss hat die regionale Wasserwirtschaft auf die Region, überregional und international oder gar global?

Nun habe ich das Projekt Nienetwil vom Entlebuch, wo es keine Überlebenschancen fand, mit nach Beromünster genommen, wo es der Dinge harrt, die da kommen mögen.

Möglich ist vieles. Geschichte erfinden heisst auch, dass man sich mit Problemen beschäftigt. Diese Beschäftigung kann auch zu Lösungen in der realen Welt führen. Also erfinden wir Nienetwil.

Welche Möbel oder Kleider besassen NienetwilerInnen? In Workshops möchten wir dem nachgehen.

Gab es Religion in Nienetwil? Und welches politische System hatten die NienetwilerInnen?

War Nienetwil tatsächlich der einzige Ort, an dem NienetwilerInnen lebten, oder waren sie, ähnlich dem jüdischen Volk, auf der ganzen Welt verteilt, behielten aber dennoch Kontakt und dadurch ihre Kultur?

Wie gesagt – wir harren …