Kulturspezifische Fragestellungen

Um die Nienetwiler-Kultur, wenn man sie denn so nennen möchte, gab es immer wieder Diskussionen.

Die am heftigsten geführte war sicherlich jene um die Geheimhaltung Nienetwils. Wie haben die NienetwilerInnen es geschafft, jahrtausendelang unentdeckt und unerobert zu bleiben? Immerhin sprechen wir hier von vielen Tausend Jahren, in denen die Gegend von verschiedenen neolithischen Stämmen, Kelten, Römern und Germanen besiedelt wurde. Der starke Siedlungsdruck im ausgehenden Hochmittelalter hätte doch zu Konflikten führen müssen.

Diese Diskussionen sind bis heute nicht abgeebt, denn die Fragen sind schlicht nicht beantwortet.

Wie konnte sich eine Kultur oder ein Ort geheim halten? War Nienetwil der einzige Ort, gab es mehrere oder gab es gar keinen speziellen Ort, an dem die Nienetwiler lebten, weil sie, demjüdischen Volk gleich, überall verteilt waren und dennoch ihre Kultur beibehielten? War Nienetwil also nicht «DER» Ort, sondern nur ein über Jahrtausende von ihnen besuchter Ort, der in den Wirren des Sonderbundskriegs unterging und dessen Namen wir bloss noch nicht in den Akten gefunden haben?

Woher besassen die NienetwilerInnen das handwerkliche und wissenschaftliche Wissen, das sie immer wieder unter Beweis stellten und uns Artefakte hinterliessen, die ihrer Zeit teils Jahrhunderte voraus waren?

Gibt es heute noch NienetwilerInnen, und wenn ja, weshalb geben sie sich nicht zu erkennen, wo sie die Welt heute doch dringender braucht als je zuvor?