Geister in Beromünster

Am letzten Montag informierten der Gemeindepräsident Hans-Peter Arnold, die Kantonstheologin Hildegarde Plüske und Prof. Dr. Dr. Kurt von Aah über den Umgang mit den immer häufiger auftauchenden Geistern und Unwesen in Beromünster.

Vermehrt Sichtungen

Seit einiger Zeit häuften sich die Meldungen bei Gemeinde und Kanton über die Sichtung von und Belästigung durch Geister in Beromünster. Diese tauchten denn auch nicht mehr nur nachts auf, wie das in früheren Zeiten ab und zu einmal vorgekommen ist, sondern oft am helllichten Tag.

Im  Atelier der Löffelburg wurde von der Überwachungskamera dieses Bild gemacht:

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Es scheint sich um einen Geist zu handeln, der an einem  Bild zu Gange war, an dem der Löffelburger zurzeit arbeitet.

Aber auch in der Badgass und in der Gärbigass, im Stiftsbezirk, am Friedhof und in mehreren Wohnungen wurden Sichtungen gemacht. Insgesamt wurden alleine im August 34 Sichtungen gemeldet.

Auch Bund ratlos

Nach dem höhnischen Gelächter und den Buh-Rufen, die die Kantonstheologin Frau Plüske erntete, versuchte der Vertreter des Bundes Prof. Dr. Dr. Kurt von Aah das aufgebrachte Publikum zu beruhigen. Es blieb beim Versuch, denn von Aah hatte keine überzeugenden Erklärungen parat, weshalb dieses starke  Geisteraufkommen zu beobachten ist. Der Verdacht, dass Ektoplasma durch die Strahlung von 5G-Antennen mit Energie angereichert werde  und sich so leichter manifestieren könne, sei bisher ohne wissenschaftlichen Beweis geblieben. Man sei aber mit dem Max Planck Institut in Verbindung und prüfe mit Fachleuten auf diesem Gebiet alle Möglichkeiten. Der Bund hat deshalb eine Liste mit Verhaltensregeln erarbeiten lassen und stellte diese dem Publikum vor.

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Teilweise auch Elfen und Ähnliches

Hans-Peter Arnold bestätigte in der Fragerunde ausdrücklich, dass es nicht nur bei Geisterbeobachtungen geblieben, sondern definitiv auch zu Meldungen über zwei Elfen, einem Zwerg, einem Troll und vier offensichtlich unbekannten Wesen gekommen sei.

Das Votum des Löffelburgers, man solle eine Futterkrippe im Stiftstheater aufstellen und Eintritt verlangen, war, wie nicht anders zu erwarten, nicht ernst gemeint, erntete jedoch schallenden Applaus und Zustimmung.

Vermisst

Die öffentliche Informationsveranstaltung schien nicht viel gebracht zu haben, was die Aufklärung betraf.

Abschliessend darf noch die Meldung nachgeführt werden, dass laut Staatsanwaltschaft  die Gastreferentin und der Gastreferent seit jenem Abend offenbar als vermisst gemeldet sind und intensiv in alle Richtungen ermittelt wird.

Es bleibt zu hoffen, dass in dem kleinen Ort bald wieder Ruhe einkehrt.

Aus der Löffelburg erhielten wir allerdings die Warnung, dass man davon ausgehe, dass die Situation bis Allerheiligen noch schlimmer werden könnte, und dass auf den 31. Oktober mit dem Höhepunkt der Emanationen zu rechnen sei.

Die allerallererste Waffe

Aus dem Grabungsbericht vom 4. April 2018

«In der Schicht 4E wurde nebst kleinen Holzkohlenstückchen und versteinerten  Knochenfragmenten (noch nicht bestimmt) ein Stein  mit deutlichen Abschlagspuren gefunden. Der Silex ist in der Tiefe 7,8 cm, in der Breite 8,4 cm und in der dicksten Stelle 3,6 cm dick. Er weist an zwei gegenüberliegenden Seiten Abschlagspuren auf. T. P.»

2,5 Millionen Jahre alter Oldowan

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Mithilfe der Oberflächenexpositionsdatierung (TCN-Datierung) wurde die Zeit des Aufbrechens des Gesteins auf 2,489Mio Jahre vor unserer Zeit datiert (+/- 5’000).

Diese Information sowie die im selben Schichtabschnitt gefundenen Kohlestücke und inkohlten Samen halfen uns, den Hypertemporalen Persecutor HTS-Q7000 zu kalibrieren und den Oldowan, also die steinerne Schlagwaffe, bis zu dem Moment zurückverfolgen zu können, an dem der Abschlag vorgenommen wurde. Unser Mitarbeiter T.  (er möchte anonym bleiben) wurde mit dem HTS-Q7000 verbunden und berichtete Folgendes:

«Als ich zu Bewusstsein kam, sah ich durch das Hypertemporale Sichtfenster in eine recht grüne, mit leichtem Baumbestand bewachsene Landschaft. Vor mir war eine felsige Erhebung von ca. sechzig Metern. In der Felswand war ein Felsausbruch von etwa zwanzig Metern, der eine Höhle mit einer Tiefe von etwa zehn bis fünfzehn Metern bildete. Davor hatte der Felsabbruch einen kleinen Wall mit Geröll angehäuft. Viel des Gerölls ist jedoch an die zehn Meter den Abhang hinabgerutscht.

Es waren recht viele Hominiden in und vor der Höhle. Rechts von mir gab es irgendwelches Geschrei und ein Streit zwischen zwei Gruppen. Ich sah einen der Australopicinen, wie er einen flachen Stein nahm und einem der anderen auf den Kopf schlug. Der schien jedoch wenig beeindruckt zu sein. Der Schlagende bückte sich darauf und schlug seinen Stein an einen anderen Stein, wodurch ein Abschlag entstand. Mit diesem Stein schlug er nun dem anderen wieder auf den Kopf. Das Opfer fiel sofort um und blutete stark aus einer Kopfwunde. Dann zuckte es und tat keinen Wank mehr. Der Schlagende war sichtlich schockiert und warf den Stein weg. Der flog genau in meine Richtung und ich konnte deutlich unser Fundstück erkennen. Der zweite Abschlag, also der stumpfe, erfolgte durch den Aufprall auf einen Stein bei der Landung. Ich bin etwas schockiert, denn ich denke, dass ich hier gerade Zeuge des ersten Totschlags und der Erfindung der Waffe geworden bin!»

Das Beobachtete kann natürlich nicht wirklich als der erste Totschlag bewiesen werden, aber zumindest als der erste der Wissenschaft bekannte.

Seit 2,5 Millionen Jahren benutzt der Mensch Waffen, um andere zu verletzen oder zu töten. Das ist eine lange Zeit und lässt den Wunsch friedensliebender Menschen nach einer pazifistischen Weltordnung lächerlich erscheinen.

Wir würden uns sehr wünschen, dass es noch spätere Generationen von Archäologen geben wird, die unsere Zivilisation untersuchen können, und die nicht zum Schluss kommen müssen, dass wir für die kommende Katastrophe verantwortlich zeichnen.

Denn dass die Katastrophe kommt, haben wir bewiesen, denn unser Mitarbeiter S.  hat mit dem neuen HTS-Q8000 auch einen Hüpfer in die Zukunft gemacht und konnte dort eine kleine Ausgrabung machen. Dabei hat er das hier gefunden:

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Die Ausgrabung machte er im Jahr 2487 und er teilte uns mit, und das beweisen auch die Fotos, dass er kaum noch Spuren von Zivilisation ausmachen konnte. Aber dazu vielleicht ein anderes Mal.

Mädchen in geblümten Kleid

Es muss ein wildes Mädchen gewesen sein! Das wie eine archaische Bemalung oder Felszeichnung anmutende Bild vermittelt nicht gerade das Flair eines kleinen Mädchens, das durch den Frühling hüpft.

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Arbogast meinte auf Nachfrage:

«Eigentlich war sie ein ruhiges Mädchen. Als sie aber eines Morgens in dem roten Kleid mit den weissen Tupfen ins Schulzimmer kam und mit der halbautomatischen Waffe ihres Vaters der Hälfte der Anwesenden, inklusive Lehrerin, das Gesicht wegpustete, war sie wild. Den Überlebenden der George Washington Elementary Scool war klar, dass die Fopperei und das Mobbing in den letzten Monaten wohl zu viel gewesen waren. Da sie erst elf Jahre alt gewesen ist, verbrachte man sie in eine geschlossene  psychiatrische Anstalt.»

«Dann ist das Bild also ein Statement gegen den leichten Zugriff auf Schusswaffen in den USA?»

«Nein, es ist rote und weisse Farbe. Machen Sie daraus, was Sie wollen, Sie Hornochse!»

Alle Bilder von Arbogast finden Sie hier: ARBOGAST

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Neue Bilder vom Schwarzen Loch

Absolut überwältigende Fotografien eines Schwarzen Lochs im Zentrum von Messier 87 (kurz M87, oder  NGC 4486 bezeichnet)

Wie bereits im April hier MESSIER 87  berichtet, habe ich damals das Schwarze Loch in der Mitte der Galaxie Messier 87 fotografiert. Wer sich erinnert, weiss sicher noch, was für eine gute Aufnahme das war. So gut, dass das Bild bei einer Google-Bild-Suche (Messier 87) ganz vorne mitmischt.

Nun, wie gut auch immer. Ich wollte mehr, ich wollte näher ran und vor allem: Ich wollte geilere Bilder.

Also tat ich das. Ist ja nicht so, dass Messier 87 nicht erreichbar wäre. Gut, den öV würd ich dafür nicht nehmen, aber die 55 Millionen Lichtjahre sind für meine Sally (so heisst nun mal meine Raumschiff, was wird da gegrinst!) ein Klacks.

Jedenfalls hab ich mich gestern auf den Weg gemacht und war so gegen drei Uhr in der Nacht dort. Nun ist die Galaxie doch recht gross und es dauerte eine Weile, bis ich im Zentrum war. Unterwegs hab ich bei Mthhgshhh noch einen kleinen Snack verdrückt, ihr wisst schon, in der kleinen Bar gleich hinter RRt*(/%>#|][Ç{}.

Nach einem Zigarettchen bin ich dann weiter zu dem mächtigen Schwarzen Loch. Natürlich konnte ich nicht wirklich nah ran. Immerhin ist es ein Schwarzes Loch von etwa (6,6 ± 0,4) × 109 Sonnenmassen. Abstand halten ist also ratsam. Ich zückte meine Leica mit dem grossen Tele und knipste ein paar Bilder.

Hier ist das beste davon:

Das Schwarze Loch in der Mitte der Galaxie M87, fotografiert mit einem 24-90er-Objektiv an einer Leica SL

Geil, oder? Seht ihr, wie die zerfetzten und lang gezogenen Sonnen und Wasweissichnichtwasalles von den mächtigen Eruptionen ausserhalb des Ereignishorizonts weggeschleudert wird, nur um dann wieder von der unglaublichen Gravitation angezogen zu werden?

In den Animationen im Fernsehen sieht das ja immer so friedlich aus. Irgendein schwarzes Etwas mit einem anderen verzerrten Etwas drum herum fliegt durchs Universum.

So ein Quatsch. Das ist echtes Drama hier. Sonnen, Sonnensysteme mit Dutzenden von Welten werden über Jahrmillionen immer näher und näher gezogen, bis sie letztlich zerfetzt werden und alles im Schwarzen Loch verschwindet. Sogar andere kleinere Schwarze Löcher können dabei sein. Das gibt dann einen richtigen Rumps!

Das Schwarze Loch in der Mitte der Galaxie M87, fotografiert mit einem 24-90er-Objektiv an einer Leica SL

Ich schaute dem Treiben eine Weile zu, hörte mir Shine On You Crazy Diamond von den Pink Floyd an und, ehrlich jetzt, wenn ich kiffen würde, dann hätte ich mir einen Ofen gebaut, der mindestens armlang und daumendick gewesen wäre.

Aber wer braucht schon Gras, wenn er ein Schwarzes Loch, Pink Floyd und das sanfte Surren von Sallys PCX Hypersol-Antrieb hat!

Die Treppe

Eine Treppe ist eine nützliche Sache, und wird uns, solange wir uns nicht der Levitation fähig sehen, noch lange gute Dienste leisten.

Auch in der Löffelburg haben wir Treppen. Neue Treppen, mittelalte Treppen und ganz alte Treppen.

Die älteste Treppe ist ca. aus dem Jahr 1617 und führte zum Dachstock, der nun des Löffelburgers Atelier/Studio beherbergt.

Sie ist, oder vielmehr war, extrem unbequem, weil auf alle Seiten schief und krumm und kaum zu begehen. Sie war mit modernen Brettern verkleidet, die wiederum mit einem schmutziggrauen Spannteppich belegt waren. «Wuääh! Haut wech die Scheisse!».war meine Meinung dazu und ich wollte eine neue machen.

Es kam, wie so oft in der Löffelburg, anders. Ein Profi hat sich die Treppe angesehen. Der Antikschreiner Bruno Boog, mit dem zusammen ich die neue Treppe bauen wollte. Doch als er sie sah, entfuhren ihm unziemliche Worte und er attestierte: «Das Teil ist spätgotisch!»

(Nun, ich habe diese traurige Episode ja bereits in diesem Blog verarbeitet: Substanzerhalt)

Was das bedeutet, wusste ich sofort. Sie musste also drin bleiben, oder besser, ich musste sie restaurieren und wieder einbauen.

Also musste ich sie erst einmal ausbauen.

Die Treppenstufen wurden also ausgebaut, gereinigt und in der Werkstatt von Bruno Boog passten wir die typischen gotischen Nasen wieder an. Hier ein Foto einer anderen gotischen Treppe.

Und dann kam das Einbauen. Was soll ich sagen. Gebt mir ein Bündel Nerven und ich verschleisse sie so schnell, wie ihr sie mir nachreichen könnt.

Es wollte einfach nicht klappen. Nein, es wollte nicht. Und es tat es auch nicht. Also musste Bruno wieder kommen und mir Tipps geben, wie ich es machen konnte. Gute Seele, die Götter mögen ihn mit Futter und Freude versorgen, bis er japst vor Freude!

Heute ging es dann. Die Treppe habe ich Stufe für Stufe eingebaut.

Gut zu sehen die neu angepassten «Nasen»

Und nun steht sie. Ich kann auf ihr hochgehen oder runter, wie es mir beliebt und wie es der Treppen Sinn und Zweck ist.

Wegen der Brandschäden (Dachstockbrand 1952) sieht sie etwas fleckig aus und die Stufen sind ausgelatscht und unförmig. Es ist keine bequeme Treppe, aber ich bin wohl auch kein bequemer Löffelburger, also passt das wahrscheinlich so.

Ich bin, das muss ich abschliessend sagen, glücklich. Nicht nur, weil ich eine neue/alte Treppe habe und viel dazugelernt habe, sondern vielmehr deshalb, weil ich kein Schreiner bin und sowas in meinem Leben niemals wieder tun muss!

Der Berg ruft

Neues Bild von d’Aciel Arbogast: «Der Berg ruft»

«Den Prozess des Abtragens und Auftragens dokumentieren zu können, ist ebenso Bestandteil des Bildes wie die Wahl des Ausschnitts, der Farben und natürlich des Inhalts.

Kratzend und schabend nimmt das Werkzeug Material von der Wand. Hinterlässt seine Spuren, seine Zeichnung.

In diesem Sinne sind die Bilder von d’Aciel Arbogast gleichsam auch  Seelenbilder von Baustellen.»

Sten van de Gellen, «Journal des arts, 6/12, 2019»

Das Bild ist, wie alle Kunstwerke von d’Aciel Arbogast, nur als Fotografie  erhältlich. Wie man ja weiss, werden alle Originale zerstört.