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Messier 87

Sensationell scharfes Bild des Schwarzen Lochs in der Mitte der Galaxie M87 von Löffelburger «Hoffotograf» geschossen!

Kürzlich ging das Bild eines Schwarzes Lochs durch die Medien. Sieht aus, als hätte es ein Amateurfotograf gemacht, und eigentlich ist nichts darauf zu sehen, was einem ein Schwarzes Loch zeigen würde. Was nur logisch ist, da man ein Schwarzes Loch per definitionem nicht fotografieren kann.

Im Tao Te King (Kapitel 12) steht geschrieben:

«Dreißig Speichen umgeben eine Nabe:
In ihrem Nichts besteht des Wagens Werk.»

Das meint: Die Nabe, also das Nichts, ist das Tao. Man kann das Tao aber nicht sehen – «denn das Tao, das man sieht, ist nicht das Tao» –, und genauso verhält es sich mit supermassereichen Objekten, deren Gravitation so stark ist, dass sie die Fliehgeschwindigkeit von Energie übersteigt, sprich, es kommt keine Energie, also auch kein Licht weg, folglich bleibt es zappenduster. Und zappenduster kann man nun mal nicht fotografieren.

Das alles ist aber keine Ausrede für ein so mieses Bild. Wir kennen alle Aufnahmen von UFOs, die uns in ähnlich verschwommener Weise beweisen wollen, dass dieses dort ein Raumfrachter der Kategorie VII der Raumflotte von Sirius ∑ sei.

Jedenfalls wollten wir es besser machen, und so habe ich heute Nacht ein etwas schärferes Bild geschossen als dieses hier:

Radioteleskopberechnung des Schwarzen Lochs in der Messier 87 Galaxie. Quelle Wikicommons, Event Horizon Telescope
Schwarzes Loch in der Mitte der Galaxie M87. Aufnahme Simon Meyer mit Leica SL

Der Unterschied ist frappant, nicht wahr?

Nun sagen sich bestimmt viele: «Hm, toll, jetzt ist es schärfer, aber was soll ich damit? Ich verstehe einfach nicht, was ein Schwarzes Loch ist!» Zur Beruhigung: Das tut kaum jemand!

Statistisch gesehen ist die Zahl derer, die verstehen, was ein Schwarzes Loch ist – denn das bedeutet auch, die Relativitätstheorie zu verstehen oder die Quantenmechanik –, etwa vergleichbar mit Inhaltsstoffen in homöopathischen Mitteln, bedeutet: Es ist nichts nachzuweisen.

Ignorieren Sie es einfach. Besser ist das. Ich meine, immerhin kann man sich ja einfach drauf verlassen, dass irgendein Nerd was Gescheites aus dem Wissen um Schwarze Löcher erfindet, oder? Vielleicht ein kleines Taschenschwarzesloch, wo man die schmutzigen Taschentücher, den Slip der Geliebten, den man sich in der Hast in die Tasche gestopft hat, oder das Dope bei einer Polizei-Razzia reinwerfen kann. In grösserer Ausführung könnte man dort den Atommüll oder korrupte PolitikerInnen entsorgen. Wer weiss. Jedenfalls muss man sich selber keine Gedanken machen. Es wird sich schon richten!

Und was die M87 (Messier 87), also diese Galaxie, in deren Mitte das Event Horizon Telescope aus Radiosignalen dieses Bild errechnet hat, angeht (ja, anders als viele Medien behauptet haben, ist dies kein Foto, sondern eine Berechnung aus Radiofrequenzstrahlung), ja also, das Teil ist 55 Millionen Lichtjahre weg und tangiert uns nun wirklich nicht. Es erübrigt sich für mich daher, näher darauf einzugehen.

 

Und zuletzt, denn was nützt es, einen Fake rauszuhauen, ohne seine Entstehung zu zeigen, der wahre Ursprung unseres Bildes:

Ein orangenes Tuch und zwei blaue Kimonos, eine Leica SL, Belichtungszeit 2,5 Sekunden in einem abgedunkelten Raum und eine 180-Grad-Drehung um die Objektiv-Längsachse.

Kulturkonsum

Die Abteilung Kulturwissenschaften des Kantonsmuseums Luzern deckt auf: Kulturkonsum gibt es nicht!

In einem langwierigen wissenschaftlichen Verfahren deckte das Kantonsmuseum Luzern nun auf, dass es Kulturkonsum gar nicht geben kann.

In der Untersuchung wurden verschiedene Kunstobjekte gewogen und dann über längere Zeit betrachtet.* Nach der Betrachtung wurde das Objekt wieder gewogen. Das Resultat war nicht verwunderlich – es war noch genauso schwer wie vorher.

Somit kann das Wort Kulturkonsum endlich wieder aus dem Vokabular gestrichen werden – ein Verdienst, das das Kantonsmuseum Luzern bescheiden auf sich nimmt.

* So zum Beispiel dieses wundervolle Gemälde des Hochdorfer Grafikers und Künstlers Charles Meyer. Das Bild, gemalt 1959, wog genau 874 Gramm. Dies tat es zu Anfang und auch nach Abschluss der Untersuchung!

 

Kantonsmuseum Luzern

 

Die Löffelburg wird zum «Kantonsmuseum Luzern»

Nachdem der Regierungsrat des Kantons Luzern das Historische Museum und das Natur-Museum zusammenlegen will, bleibt uns nichts anderes übrig, als diesen Schritt zu tun.

Natürlich, anders als das Historische Museum Luzern können wir keine Geschichte vermitteln. Wir haben auch keine Besucherinnen oder Besucher. Kinder sind uns zwar nicht so Wurscht wie dem Regierungsrat, aber sie werden bei uns überhaupt nicht gefördert.

Egal. Man kann ja mal eine Idee haben, oder nicht?

Zur Eröffnung haben wir ein ganz besonderes Exponat. Es handelt sich um ein Stück Rückgrat. Dieses wurde von einem [Retus Albus], aus der Gattung der [Gemeiner Neoliberal], auch “Rätisches Weisschen” genannt, ausgestossen. Offensichtlich wirft es nach und nach Teile des Rückgrates ab, um sich in seinem Umfeld besser durchschlängeln zu können. Ein Foto des ehemaligen Rückgratträgers könnt ihr bei Wikipedia sehen [hier]

Besuche die Projektseite Kantonsmuseum Luzern

Und hier das Exponat:

SM181125_000_004

 

Entmuldet

Im Leben vieler kommt der Moment, da sie sich Mulden aufladen. Das ist keine Schande und passiert nun mal. Es gibt sogar Leute, ja ganze Unternehmen, die von den Mulden anderer Leute leben. Wieder andere sind dazu da, bei der Entmuldung zu helfen, wenn der Muldendruck zu gross wird. Und wenn man allen Mut zusammennimmt und hart arbeitet und das Schicksal einem etwas gewogen ist, dann schafft man die Entmuldung auch. Aber Vorsicht! Auch wenn keine Mulden mehr da sind, können die Altlasten dennoch extrem nerven.

S. Meyer, Muldenberater

Sind wir nicht alle etwas Mulde?

Dass wir ständig zugemüllt werden, verbindet uns mit diesen liebenswürdigen, gelben, allesschluckenden Riesen.

Sie liegen ebenso zahm vor unseren Baustellen herum wie wir in unseren Sofas liegen und uns von den Müllhalden der TV-Industrie mit mehr und mehr unnützem Mist zuschütten lassen.

Wir sind also auch ein bisschen Mulde – Der Unterschied ist nur: Im Gegensatz zu den Mulden ist es nicht unsere Bestimmung!

Tun wir etwas dagegen. Schlagen wir zurück und kunsten wir, kulturisieren, ergeistigen wir uns!