Archiv der Kategorie: Wissenschaft

DEUS

Gerade fotografierte ich die Schnipsel eines Liedtextes. Sie waren an den Stössen von Wandbrettern angeleimt, damit da kein Wind durchpfeift.

Da seh ich auf einem Blatt «Deus» stehen und denke, dass die Christen das ja recht entspannt sehen mit den Huldigungen ihres Gottes. Wehe, einer mag ihn nicht so huldigen, wie es der Papst oder Luther vorgegeben haben. Rübe weg! Verbrennt ihn! Aber die Huldigung selber darf man offensichtlich zum Isolieren nehmen.

Ich finde das doch recht eigenartig, denn wenn ich denke, dass die Christen ja glauben, dass ihr Gott alles sieht und hört, dann käme ich mir doch irgendwie etwas seltsam vor, wenn ich so eine Huldigung zerreissen und über irgendeine Ritze kleben würde.

Ob das Juden oder Muslime ähnlich sehen wie die Christen, weiss ich ja nicht, aber da sie dasselbe befremdliche Glaubenssystem haben, dürfte das ja wohl der Fall sein.

Das Konzept des Glaubens ist mir völlig fremd. Ich habe es nie verstanden, und je älter ich werde, desto seltsamer mutet es an. Entweder man weiss etwas, oder man weiss es nicht. Wenn man es weiss, braucht man es nicht «Glauben» zu nennen, und schon gar nicht «Glaubenssystem». Wenn man es nicht weiss, ist es dasselbe. Wenn ich nicht weiss, was hinter einem Hügel liegt, dann nützt es mir nichts, wenn ich glaube, dass dort die nächste Tankstelle liegt, und, wenn ich dann festgestellt habe, dass es nur eine Kuhweide ist und ich kein Benzin mehr habe, mir dann umständliche Glaubenssätze und Dogmen zurechtwurstle, um diese missliche Situation zu erklären.

Nun, meinetwegen kann jede und jeder glauben, was sie oder er will. Immerhin gibt es auch Leute, die glauben, dass Elvis noch lebt. Dass man sich aber deswegen bis auf den heutigen Tag den Kopf einschlägt …

Also, ich werde den Schnipsel nun in ein Tütchen legen, es anschreiben in eine Schublade legen. In die Fund-Liste werde ich eintragen: «Notenblatt-Schnipsel einer Huldigung desjenigen, den die Christen Deus nennen.»

Neue Bilder vom Schwarzen Loch

Absolut überwältigende Fotografien eines Schwarzen Lochs im Zentrum von Messier 87 (kurz M87, oder  NGC 4486 bezeichnet)

Wie bereits im April hier MESSIER 87  berichtet, habe ich damals das Schwarze Loch in der Mitte der Galaxie Messier 87 fotografiert. Wer sich erinnert, weiss sicher noch, was für eine gute Aufnahme das war. So gut, dass das Bild bei einer Google-Bild-Suche (Messier 87) ganz vorne mitmischt.

Nun, wie gut auch immer. Ich wollte mehr, ich wollte näher ran und vor allem: Ich wollte geilere Bilder.

Also tat ich das. Ist ja nicht so, dass Messier 87 nicht erreichbar wäre. Gut, den öV würd ich dafür nicht nehmen, aber die 55 Millionen Lichtjahre sind für meine Sally (so heisst nun mal meine Raumschiff, was wird da gegrinst!) ein Klacks.

Jedenfalls hab ich mich gestern auf den Weg gemacht und war so gegen drei Uhr in der Nacht dort. Nun ist die Galaxie doch recht gross und es dauerte eine Weile, bis ich im Zentrum war. Unterwegs hab ich bei Mthhgshhh noch einen kleinen Snack verdrückt, ihr wisst schon, in der kleinen Bar gleich hinter RRt*(/%>#|][Ç{}.

Nach einem Zigarettchen bin ich dann weiter zu dem mächtigen Schwarzen Loch. Natürlich konnte ich nicht wirklich nah ran. Immerhin ist es ein Schwarzes Loch von etwa (6,6 ± 0,4) × 109 Sonnenmassen. Abstand halten ist also ratsam. Ich zückte meine Leica mit dem grossen Tele und knipste ein paar Bilder.

Hier ist das beste davon:

Das Schwarze Loch in der Mitte der Galaxie M87, fotografiert mit einem 24-90er-Objektiv an einer Leica SL

Geil, oder? Seht ihr, wie die zerfetzten und lang gezogenen Sonnen und Wasweissichnichtwasalles von den mächtigen Eruptionen ausserhalb des Ereignishorizonts weggeschleudert wird, nur um dann wieder von der unglaublichen Gravitation angezogen zu werden?

In den Animationen im Fernsehen sieht das ja immer so friedlich aus. Irgendein schwarzes Etwas mit einem anderen verzerrten Etwas drum herum fliegt durchs Universum.

So ein Quatsch. Das ist echtes Drama hier. Sonnen, Sonnensysteme mit Dutzenden von Welten werden über Jahrmillionen immer näher und näher gezogen, bis sie letztlich zerfetzt werden und alles im Schwarzen Loch verschwindet. Sogar andere kleinere Schwarze Löcher können dabei sein. Das gibt dann einen richtigen Rumps!

Das Schwarze Loch in der Mitte der Galaxie M87, fotografiert mit einem 24-90er-Objektiv an einer Leica SL

Ich schaute dem Treiben eine Weile zu, hörte mir Shine On You Crazy Diamond von den Pink Floyd an und, ehrlich jetzt, wenn ich kiffen würde, dann hätte ich mir einen Ofen gebaut, der mindestens armlang und daumendick gewesen wäre.

Aber wer braucht schon Gras, wenn er ein Schwarzes Loch, Pink Floyd und das sanfte Surren von Sallys PCX Hypersol-Antrieb hat!

Untersuchung zur SRF Tagesschau

Aus der Abteilung Gesellschaftsforschung des Kantonsmuseums Luzern, Gruppe für Kommunikationsforschung 

Lange schon erforschen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Gruppe Kommunikationsforschung, Abteilung Gesellschaftsforschung,  die Medien. Ein hochrangiges Team aus Kommunikationswissenschaftlerinnen, Sozialwissenschaftlern und Kybernetikerinnen ergründeten insbesondere die Tagesschau des Deutschschweizer Fernsehens SRF.

Die Untersuchung der letzten dreissig Jahre Tagesschau hat die wichtigste, weil einflussreichste Veränderung in der Tagesschau näher erforscht: Aus den Tagesschausprechern und -sprecherinnen sind Moderatoren und Moderatorinnen geworden.

Modell einer Moderatorin mit sehr hippen Klamotten

Was bedeutet das?

In das Schweizer Fernsehen hat der US-amerikanische Moderatoren-Stil Einzug gehalten. Das bedeutet, dass aus reinen Verleserinnen und Verlesern von Nachrichten, wie etwa einem Paul Spahn oder Léon Huber, Moderatorinnen und Moderatoren geworden sind, bei denen die Nachricht selber nicht mehr verlesen, sondern eben moderiert* wird und in dem Sinne dann nicht mehr neutral ist.

Die Arbeitsgruppe vermerkt in ihrem Bericht, dass wenn der persönliche Auftritt einer Moderatorin, wie etwa bei Katja Stauber, oder einem Moderatoren, wie etwa Florian Inhauser, wichtiger als die eigentliche Nachricht wird, dann hat das grosse gesellschaftliche Veränderungen zur Folge. So kann etwa ein klarer Zusammenhang zwischen der Glaubwürdigkeit einer Nachricht und dem Stil, in dem sie vorgetragen wird, hergestellt werden.** Schwurbelt also ein Florian Inhauser geckenhaft Nachrichten in die Kamera, so sinkt die Glaubwürdigkeit des von ihm Gesagten auf das Niveau einer Royal-Klatsch-Nachricht. Haben aber Zuschauerinnen und Zuschauer kein Vertrauen mehr in das Gesagte, so ist es nicht weit an den Punkt, an dem die Nachricht, die einem nicht passt, schlicht als Fake abgetan wird, oder Nachrichten, die von jemandem verlesen werden, der gefällt, die «echten» sind, der Rest aber Fakes der Lügenpresse.

Studio-Kamera-Roboter. Quelle SRF

Immerhin, das Schweizer Fernsehen hat mit automatischen Kameras im Nachrichtenstudio bereits den ersten Schritt zur Digitalisierung gemacht. Nun wird fieberhaft daran gearbeitet, die teuren Nachrichtenmoderatorinnen und -moderatoren durch animierte Avatare zu ersetzen. Erste Sendungen gibt es übrigens bereits in Japan, und vor einiger Zeit machte SRF einen ersten stümperhaften Versuch am «Digitaltag».

Die dem Team der Abteilung für Kommunikation angehörende Kybernetikerin Stanislava Lemirovskaja hat über digitalisierte Moderatorinnen und Moderatoren eine hervorragende Arbeit geschrieben.*** So schreibt sie etwa in Kapitel 6 (The future started yesterday): «Die Anfänge digitalisierter Moderatorinnen und Moderatoren in den Medien sind bereits gemacht. Der Schritt ist nicht mehr weit, wo Tagesschau-Sprecherinnen und -Sprecher nur noch Animationen sind. Von da ist es zur individualisierten Nachricht nicht mehr weit. Sie möchten die Tagesschau von George Clooney vorgetragen bekommen? Kein Problem – Ihr Abo macht es möglich. Ebenso von Goofy, einer nackten Blondine oder einem bekifften Alligator. Alles wird möglich sein und lediglich von Ihrem Abo abhängen. Und nicht nur das Aussehen der Avatare wird individuell gewählt werden können! Die von Ihnen in den sozialen Medien, Ihrem Fernseh- und Internet-Verhalten gesammelten Daten werden es den Fernsehgesellschaften ermöglichen, direkt auf Sie selektionierte Nachrichten zusammenzustellen. Doch wo bleibt dabei die tatsächliche Nachricht? Wird es sie noch geben?» 

Sehr realistischer «Eitler Gockel»-Avatar verliest die Nachrichten für einen Tierliebhaber.

Es ist also deutlich, so das Fazit der Untersuchung aus der Abteilung für Kommunikation, dass die Form der Moderation, wie sie heute betrieben wird, klar zum Ende der Nachricht als objektives und redaktionell unabhängiges Informationsmittel führen kann, wenn nicht jetzt deutlich Gegensteuer gegeben wird. Dies jedoch ist nicht Aufgabe der Wissenschaft, sondern der Gesellschaft und der Politik.


* Ob das tatsächlich so ist, kann der Autor nicht bestätigen. Das hier ist Satire und nicht das «Science».

** Moderator/moderieren: von lat. moderare = mässigen, in eine Richtung lenken. Und hier wird das Mass der Veränderung vollends klar.

*** Собака укусила себя за хвост и надеялась, что это будет хвост Путина Лапочка****, Beromünster 2019

**** Lapochka = russ. mein Tätzchen (Kosename der oft für Haustiere verwendet wird), Kosename von Wladimir Wladimirowitsch Putin von seiner Frau*****

***** Gut möglich, dass das eine Fake-Nachricht ist, wie übrigens alles hier.


Die Aurorinnen und Autoren möchten betonen, dass sie nicht grundsätzlich Einwände gegen den Inhalt der Tagesschau haben, sondern aufgrund ihrer Studie die Form der Präsentation kritisieren.

Die Aurorinnen und Autoren betonen weiter, dass die nackte Blondine auch brünett oder ein Mann sein könnte. Die Erwähnung der Blondine war keine sexistische Anspielung, sondern implizierte einen in der Gesellschaft vorkommenden Prozentsatz von Zuschauerinnen und Zuschauern, welche über eine eigenartige Fantasie verfügen und diese ausleben möchten.

Die Aurorinnen und Autoren möchte zudem darauf hinweisen, dass die * nichts mit der Genderfrage zu tun haben, sondern Hinweise auf eine Erklärung geben.

Fund LB_001_79.1 und LB_001_79.2

Um endlich die grosse Anzahl Funde, die bei den Umbauarbeiten der Löffelburg zum Vorschein gekommen sind, abarbeiten zu können, will die Archäologische Abteilung des Kantonsmuseums Luzern-Löffelburg  nun etwas mehr Zeit dafür investieren.

Heute wurden die Funde LB_001_79.1 und LB_001_79.2 verzeichnet. Es handelt sich dabei um Fragmente einer Butzenscheibe sowie ein Fragment einer Kette/Gebetskette oder Ähnlichem.

Fragment ca. 17,5 cm einer Kette/Rosenkranz?. Es sind noch 9 Perlen (4-1-4) erhalten.; 5 Fragmente einer Butzenscheibe ø ca. 6,5 cm

Fundort: Die Objekte wurden in der südöstlichen Ecke der Bibliothek (R22) bei der untersten Bodenbretterschicht gefunden. Das Baudatum der Löffelburg und auch der älteste Boden gehen auf ca. 1617/18 zurück (Dendro: Fälldatum des Holzes 1616/17).

Eine Datierung anhand der Fundsituation ist jedoch nicht möglich, da die Objekte nicht zwischen den Brettern lagen, sondern in der Ecke, wo sich ein Freiraum zur Wandbole von ca. 1,5 cm befand. Sie könnten daher auch später dahin geraten sein.

Die Funde wurden verzeichnet und fotografiert und im Fundbuch der Löffelburg eingetragen.

Pyrus Kyglozya Smy

Kommunikation ist eine sehr komplizierte Angelegenheit. Wirklich sehr kompliziert.

Wenn das Gegenüber nicht dieselbe Sprache spricht, ist es noch schwieriger, und wenn es dazu aus einem gänzlich anderen Kulturkreis stammt, können auch schon mal Tränen fliessen.

Aber all das ist Pipifatz gegen den Versuch der Kommunikation mit extraterrestrischen Lebensformen. Ich sage das nicht einfach so dahin.

Aber von Anfang an.

Kegel IV – mit richtigem Namen Kyglozya, ist ein wirklich unglaublich langweiliger Planet im System Alpha Centauri. Aufgrund mehrerer SF-Serien und Filme der Sechziger- und Siebzigerjahre glauben die meisten, dass es da von sexy blauen Frauen mit ultraengen Bikinis nur so wimmelt. Pustekuchen! Kyglozya ist der vierte Planet der αCentauri und befindet sich 165’235’971  km, also 1.10453424388 astronomische Einheiten, von αC entfernt. Bedenkt man die Grösse von αC, ist schnell klar, dass es auf Kegel IV recht warm sein muss. Ist es auch.

Bevor ich am südlichen Ende eines der vier Kontinente landete, vergewisserte ich mich erst, dass dort einigermassen angenehme Temperaturen herrschten. Ich gab mich mit den 64,4 °C zufrieden und stellte die Klimaanlage meines Skaphanders auf «gemütlich».

Vier Regeln, die Sie bei Neuerkundungen von Planeten beachten sollten:

  1. Feind Nr. 1 bei Ersterkundungen ist die Langeweile. Wer glaubt, auf jedem Planeten würden die Abenteuer warten wie auf einen J. T. Kirk, der irrt sich gewaltig. Es ist meist so unglaublich langweilig, dass man sich einfach wieder in die kryogenische Kammern wünscht, um der Routine entkommen zu können, die so eine Ersterkundung mit sich bringt. Proben nehmen, Notizen machen, Dokumentieren und noch mehr Proben nehmen.
  2. Vergewissern Sie sich beim Probennehmen, dass es sich nicht um eine Lebensform handelt. Das kann sich unangenehm auf Ihre Rückreise auswirken!
  3. Ein Erstkontakt durch ansässige Lebensformen ist oft kaum als solcher zu erkennen, ich benötigte mehrere Tage, bis ich auf Gounthackrnd erkannte, dass meine Kopfschmerzen von der telepathischen Kontaktaufnahme durch die dort lebenden feuerwanzenähnlichen Käfer kamen. Halten Sie sich also bereit, auf jede ungewohnte Veränderung adäquat reagieren zu können.
  4. Pinkeln Sie nur im Raumschiff. Das Urinieren an vermeintliche Bäume kann Sie Ihr Leben kosten.
  5. Nehmen Sie nie etwas mit nach Hause!

Gerne würde ich jetzt behaupten, dass ich mich auskenne und immer den Durchblick habe. Tatsache ist, dass ich jeden Fehler mache, den man machen kann, und das meist sogar zweimal.

Zurück zu Kegel IV. Nach meinem kleinen Ausflug auf dieses öde Stück Felskann ich davon ein Lied singen, das gut und gerne auch als sechsstündige Oper aufgeschrieben, einstudiert, uraufgeführt, verfilmt und nach Teil VI wieder in den staubigen Kellern der Filmgesellschaft verschwinden und vergessen werden könnte. Schuld war die eklatante Missachtung von Punkt 4.

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Die «Pyrus Kyglozya Smy», also «Die von Smy auf Kyglozia gefundene Birne», so nannte ich stolz die Frucht, die ich eines Tages in einem von durch den stetigen Wind wie Steinpilze geformten, von  Felsen, beschatteten kleinen Tal fand.

Natürlich nahm ich sie mit nach Hause.

Frisch aus dem Vakuumbeutel hielt ich sie stolz den Kolleginnen und Kollegen in der Abteilung für Flora und Fauna des Kantonsmuseum Luzern vor die Nase.

Nachdem ich ausführlich und unter Miteinbezug jedwelcher Übertreibung und Ausschmückung den Hergang der Entdeckung und die Gründe für die Missachtung von Regel 4 erläutert hatte, stellte ich das garstige Ding auf den Tisch und wir begutachteten es ausführlich.

Als das gefährlich aussehende Teil so auf der grauen Platte lag, robbte sich, ganz von alleine, ein USB-Kabel des Computers zu der Frucht hin, worauf bei der ein kleiner Schlitz aufging und sich das Kabel einstöpselte.

Noch bevor wir reagieren konnten, ging das Licht aus. Wie ich erfuhr, offenbar in ganz Beromünster. Zwei Minuten später ging es wieder an, der Computer fuhr hoch, machte piepsende und wimmernde Geräusche. Wir starrten auf den Bildschirm. Und warteten. Und warteten.

Da plötzlich erschien, wie das in SF-Filmen halt so ist, auf schwarzem Hintergrund in grünen Buchstaben «hi».

Was wollten wir tun? Jeder von uns in der Abteilung ist natürlich in extraterrestrischer Kommunikation geschult – was im Übrigen nicht mehr bedeutet, dass der Austausch von Schnaps und Glasperlen und ein freundliches «How!» noch lange keine Kommunikation bedeutet. Wir schauten uns also ratlos an und letztlich blieb mir nichts anderes, als «Hallo» zu schreiben.

Nach etwa drei Minuten Warten schrieb es auf dem Bildschirm: «Ein Rabbi, ein Cowboy und ein nacktes Krokodil kommen in eine Bar. Sagt der Cowboy zu dem Rabbi …» Nun, den Rest will ich euch ersparen. Die angestöpselte Frucht erzählt seither ununterbrochen Witze. Erdenwitze wohlgemerkt. Sie holt sie sich aus dem Internet und auch das Trennen des Computers von demselben beendete das absurde Treiben nicht.

Es wird wohl Jahre dauern, bis der Kegelbirne die Witze ausgehen. Bis dahin müssen wir einfach abwarten. Geduldig warten und hoffen, dass danach ein spannenderes Thema oder vielleicht sogar eine Unterhaltung folgt.

Kommunikation ist eine komplizierte Sache und scheitert meistens an den Missverständnissen, die sich automatisch ergeben, wenn zwei Lebensformen, welcher Art und Herkunft auch immer, sich begegnen.

NICHTS ist NICHTS

Suche nach der Wahrheit des Nichts

Suche nach der Wahrheit des Nichts? Seltsame Frage! Wieso sollte das Nichts eine Wahrheit haben? Oder gibt es ausser der sehr vagen wahren Äusserung, dass Nichts nicht Nichts, sondern das Fehlen von Etwas ist, noch mehr zu sagen?

Man kann es versuchen. Natürlich wäre ich nicht der Erste, der das tut, und ich bin sicher, dass Massen von Philosophen, und sicher auch viele Wissenschaftler sich darüber Gedanken gemacht haben. Natürlich hatte ich nie weder Musse noch Zeit, sie zu lesen, aber das soll mich nun nicht davon abhalten, mir meine eigenen Gedanken zu machen.

Zum Anfang, hier

Und noch etwas                                                   zum Drangewöhnen

Oder ein bisschen                                                einfach zum Geniessen

Wieso hat Nichts einen Namen? Ist doch unlogisch. Wie kann man etwas, das keine Existenz hat, benennen? Oder ist Nichts etwa gar nichts Nichts? Hat es etwas zu bedeuten, wenn jemand sagt: «Da vorne ist nichts?» Ja, hat es, es ist nur eine Floskel, denn wirklich unangenehm wird es erst, wenn jemand sagt: «Nicht weitergehen, da vorne ist Nichts!»

Nichts und nichts sind also nicht dasselbe und somit sind wir einen Schritt weiter und können uns dem einen, nämlich dem Nichts, zuwenden.

Wo ist Nichts? Nicht in Schwarzen Löchern, so viel steht fest. Vielleicht im Vakuum? Nein, denn wäre da nichts, könnte sich das Licht nicht hindurchbewegen, was es aber tut, also ist Vakuum nicht Nichts. Vielleicht ausserhalb des Universums? Ist das vorstellbar, dass inmitten eines unendlichen Nichts, sozusagen einem NICHTS, einem SUPERNICHTS sogar dieses klitzekleine Universum einfach so dahintrudelt? Was will es im Nichts, und wie ist es dahin gekommen?

Ah, Kopfschmerzen!

Ich glaube nicht, dass aus dem Nichts etwas entstehen kann. Wie sollte es?

Was aber bleibt dann? Genau, nichts.

Das Nichts existiert also gar nicht, ist nur eine Idee, ein Gedankenexperiment von Philosophen?

Aber was ist mit der Null? Kann man das Nichts mathematisch nachweisen? Bedeutet null in der Informatik nicht einfach, dass es keine Information gibt, nicht EINS ist? 0101001101100011011010000110010101101001011100110111001101100101! Selbst die Maths haben nicht mehr?

Und die Physik? Wäre nicht das Nichtvorhandensein von Raum und Zeit Nichts? Hm, vielleicht schon, blöderweise gibt es das nicht!

Muss ich nun echt den Hegel, Kant und Heidegger konsultieren, oder noch weiter zurück Platon und den ollen Sokrates? Nö, keine Lust. Echt jetzt, all die Schmöker wälzen, nur um letztlich herauszufinden, dass einer sagt, «Das Nichts gibt es nicht, deshalb nennen wir es Nichts!» oder «Nichts ist das Gegenteil von Sein!», wofür, wer auch immer, sicher mit Auszeichnungen überhäuft worden ist. Hegel, keine Ahnung (war zu seiner Zeit das Nichts schon erfunden?). Den Kant kann ich schon gar nicht ab, der kritisiert da was an der Vernunft herum oder so, und vom Heidegger hab ich mal ein Buch aufm Flohmarkt gekauft und hatte drei Tage Kopfweh und Langeweile.

Also was? Kein NICHTS? Keine Erklärung, nur philosophischer Zeitvertreib und mathematische Gleichung =NULL?

Hm, scheint so. Scheint wirklich so. Ah, egal, was solls. Wozu sich über Nichts Gedanken machen?

Gehen wir etwas Leichteres an: Woher kommen wir?