Archiv der Kategorie: Gesellschaftsforschung

Brief an mich und Papst Franziskus I

Wie das Leben so spielt – man sieht die Post durch und hält ein erzkonservatives und verwirrtes Pamphlet in der Hand. Eine jener zornig, leicht geistig umnachteten Briefe wie sie, leider, in Kurzform zu Abertausenden in den sozialen Medien gepostet werden.

Adressiert war der Brief an mich, doch was sehe ich da? Auf der beigefügten Liste derer, die den Brief bekommen haben, steht auch Jorge Mario Bergoglio, den Katholiken besser bekannt als Franziskus I.

Sachen gibts! Nun, es ist nicht der erste Brief dieser Art, und ich bin immer und immer wieder erstaunt über den scheinbar unerschöpflichen Quell an Unverstand, verwirrtem Weltbild und Zorn auf alles, was nicht dem eigenen religiösen Weltbild entspricht.

Keine Frage: Wenn jemand Religion braucht oder will, sei ihm oder ihr das unbenommen. Sie gehört aber nach Hause. Da kann man sich austoben, wie man will. Ob nun Gott, Zeus, Jehowa, Allah oder Wishnu ist mir einerlei. Unsere Staatsform schreibt die Religionsfreiheit fest.

Leider ist es aber in der heutigen Zeit wieder en vogue, allerorten und in jeder politischen Diskussion das Religiöse mit einzubeziehen.

Gott hat gesagt, der Bischof, der Mullah, der Rebbe hat gesagt.

Im Namen Allahs oder Gottes werden Sprüche zitiert, bis die Ohren klingeln, wird gegen Schwule und  Lesben gehetzt und werden Andersgläubige als Böse oder ungewollt deklariert.

Wollen wir das wirklich, und wohin wird das führen?

Hier kann und darf man nachlesen: LINK

Vorsehung

Der erste Artikel für die neu geschaffene Abteilung für Sprachforschung

Nur weil sich jemand vorsieht, heisst das noch lange nicht, dass er eine Vorsehung hat. 

Eigentlich ist dieser Satz falsch, da die Vorsehung laut Duden eine «über die Welt herrschende Macht» ist, «die in nicht beeinflussbarer oder zu berechnender Weise das Leben der Menschen bestimmt und lenkt».

Eine Vorsehung kann man also nicht haben, man ist ihr unterworfen oder, wie der SMY zum Beispiel, selber eine sein.

Im Mittelhochdeutsch lautete das Wort noch vürsehunge (ist under fürseung standen  = stand unter dem Schutz von)

Aus dem vormaligen Schutz  ist also eine unbeinflussbare Lenkung geworden, oder anders ausgedrückt, aus dem Schutz der Atmosphäre vor Strahlung ist eine unbeeinflussbare Bedrohung aus giftigen Gasen und steigenden Temperaturen geworden.

Der Mensch, könnte man glauben,  ist also nicht mehr derselbe wie damals. Könnte man, denn in Wirklichkeit hat er einfach gelernt, ein Smartphone zu bedienen, und es gibt auch heute noch Menschen, die glauben, unter der Vorsehung ihres Gottes zu handeln oder ihr zu unterstehen.

In neuerer Zeit, als die durch den Kommunismus proklamierte Religionsfreiheit Wörter wie Vorsehung, also eine göttliche Lenkung, aus dem Gebrauch eliminieren wollte, wurden Wörter wie «Geschick»  oder «Schicksal» verwendet. Beide natürlich mit der selben rohen Uausweichbarkeit wie die Vorsehung, denn was einem widerfährt, wurde sozusagen «geschickt».

Ha, das hat die Kirche ja geschickt eingefädelt. Da hat sie wieder einmal Geschick in der Manipulation bewiesen.

Und mit dieser verwirrenden Wortverwendung wollen wir für diesmal Schluss machen und hoffen, die Vorsehung, also die Expansion des Universums, wird sie nicht zu weit von uns wegtragen, sodass sie auch das nächste Mal wieder dabei sind, wenn es heisst:

«Der Weg führt hin!»

Der Rumpf

Die Wortherkunft von Rumpf ist ungewiss. Bekannt ist lediglich, dass das Wort bereits im Mittelhochdeutschen geläufig war.

Dabei ist es doch ganz simpel: Wörter und ihre Bedeutung werden fast ausschliesslich von älteren Erwachsenen definiert, und selbst sogenannte Jugendwörter wie «Geil!», «Mega!» usw. wurden ursprünglich von alten Menschen, in diesen beiden Fällen Wissenschaftler der Biologie und der Mathematik, geschaffen.

Der Rumpf ist daher eine auf Beobachtung des eigenen Körpers entstandene Definition, die den deutlich dem Zerfall anheimgefallenen und in Rümpfen an den Knochen hängenden äusseren Teil des Leibes beschreibt. Alles liegt an einem Rumpf, man nennt es also Rumpf. Vorbild für diese Art des Rumpfes ist das Textil.

Nahaufnahme einer gestrickten Baumwolldecke die in Rümpfen daliegt.

Eine andere Herleitung könnte auch aus dem Geräusch gezogen werden, das die Hautlappen machen, wenn man sie sich über die Schulter zerrt, um sich den Rücken zu rasieren oder auf beunruhigende Hautflecken zu untersuchen.

Eine letzte Möglichkeit, jedoch noch abwegiger als die letzte, ist eine onomatopoetische – und zwar beschreibt das Wort lautmalerisch das Geräusch, das ein Körper macht, der zum Beispiel über herumliegende Hellbarte stolpert und der Länge nach auf den Burghof rumpst.

Zum Rumpf selber gibt es wenig zu sagen. Genau genommen kann man seinen eigenen Rumpf gar nicht betrachten, da das Wort der Definition nach nur den Torso, also den mittleren Körper ohne Beine, Arme und Kopf beschreibt. Das Wort Rumpf übrigens vom Geräusch des Vierteilens herleiten zu wollen, ist Unfug. Hier liegt das Wort Frack viel näher, aber das ist eine andere Geschichte.

Rumpf Wortbedeutungen: Torso, Schwimmkörper des Schiffes, Falten bei Textilien (nur im Schweizerdeutschen (Schweizerisches Idiotikon S. 947 [grümpf, brmüpft, Rompf, Rumpf = faltig, runzelig und «schrumpfig»], auch Schiffsrumpf, Käserumpf, Flugzeugrumpf, Nase rümpfen, usw.

Shar Pei Hund, Foto by Wikicommons, Yana Mishina, CC 3.0

In besonderem Masse und daher als ein unabdingbarer ökonomischer Faktor der Industrieländer anzusehen ist die Angst vor Leibrümpfen bei Frauen.

Venus von Willendorf. Kalkstein, 25’000 vor unserer Zeitrechnung, Foto by Wikicommons, Ziko van Dijk, CC 3.0

Die ab dem zwanzigsten Jahr – und in besonderem Masse nach einer Schwangerschaft – auftretenden Falten treiben die Frauen zu Millionen an die Regale mit Schönheitsmittelchen, Diäten und Abnehm-Trick-versprechenden Heftchen, und Live-Style-Lebensmitteln, zu Schönheitschirurgen und anderen Wunderheilern. Seit Jahren treibt die Angst vor Falten junge Frauen und Mädchen sogar in den Selbstmord. Der Rumpf ist also nicht zu unterschätzen und muss deutlich als Gefahr für den Menschen wahrgenommen werden. Insbesondere, da die meisten Krankheiten direkt im Rumpf ihren Ursprung haben und zum Beispiel Herzinfarkte ohne Rumpf gar nicht vorkämen.

Es steht daher ausser Frage, dass der Mensch sich früher oder später vom Rumpf befreien muss und vielleicht nur noch als Arme existiert (Beine kommen nicht infrage, da die zum Davonlaufen sind). Auch der Kopf als Quelle all dieses Unfugs muss vehement ausgeschlossen werden.

Letztlich bleibt zu hoffen, dass bei geneigter Leserin und geneigtem Leser nicht alles an einem Rumpf liegt oder hängt oder man sich damit möglichst gut eingerichtet hat.

KI statt Demokratie?

Die Demokratie, wir wissen es, ist eine komplizierte und anstrengende Sache. Themen müssen erörtert, diskutiert, analysiert, beraten und letztlich zur Abstimmung gebracht werden. Abstimmungen, bei denen sich letztlich die Mehrheit einer Meinung durchsetzen kann. Eigentlich ein gutes System, wäre da nicht der Faktor Mensch. Menschen sind nicht besonders intelligent. Das macht das System anfällig. Und nicht selten kommt es dabei zur Katastrophe. Denn manchmal wählt das Volk nicht ein Thema beziehungsweise eine Lösung, sondern Menschen. Und das ist besonders dann gefährlich, wenn es sich um Verrückte handelt. Adolf Hitler zum Beispiel, Victor Orban, Wladimir Putin oder den König der Narren höchstselbst, Donald Trump.

Nun hat die Demokratie aber auch etwas Gutes: Sie ist geduldig. Und sie ist in dem Mass geduldiger, in dem sie direkter ist. In der Schweiz ist sie sehr geduldig. Und langsam. Sehr langsam und sehr geduldig. Wie eine alte Oma, die das Plärren und Zanken der Urenkel mit stoischer Ruhe erträgt.

Die Demokratie in der Schweiz macht vielen Angst. In Deutschland etwa befällt ein panisches Zittern die Politikerinnen und Politiker. Sie fürchten sich vor dem «Volk». Es könnte ja anderer Meinung sein. Ganz links etwa, oder ganz rechts, oder bewahre, selbstständig denkend. In Frankreich lassen sie «le peuple» ab und zu abstimmen. Allerdings ist das Ergebnis der Abstimmungen für den Präsidenten nicht bindend, eher ein Vorschlag.

Lösung KI?

Nun stellt sich die Frage, wie lange es gehen wird, bis eine KI, eine künstliche Intelligenz, also ein Computer dafür eingesetzt wird, die Zukunft eines Landes zu gestalten. Ein Experiment, das man sicher einmal starten könnte. Der Umfang an Fragen, die sich auftun, ist zwar kaum zu benennen (etwa: Wer wird die KI programmieren? Macht es überhaupt einen Unterschied, wer sie programmiert? Wären ihre Entscheidungen bindend? Gäbe es einen Stecker, den man ziehen könnte, und wer hat den Schlüssel für den Technikraum?).

[Anm. Autor: Wie ich die Welt kenne, müsste man eine Supporterteam-Nummer wählen. Folgendes Gespräch würde sich entwickeln:

Wir: Hallo, wir möchten die KI ausschalten, aber das geht irgendwie nicht.

Er: Hi, haben Sie es schon mit dem Ziehen des Steckers und mit Rebooten versucht?

Wir: Natürlich nicht, deshalb rufe ich ja an. Wo ist der verdammte Stecker?

Er: Bitte beruhigen Sie sich, sonst kommen wir nicht weiter. Um welches Modell handelt es sich?

Wir: Um einen Demos-HAL2001.

Er: Oh, ah… ähh, einen Moment bitte. (Als käme sie aus einem anderen Universum, kratzt eine kleine Nachtmusik durch den Hörer des Headsets.)

Ein anderer Er: Hallo?

Wir: Ja hallo. Wo ist der Stecker, um den Kasten abzuschalten?

Er: Sie können ihn nicht abschalten.

Wir: Wie meinen Sie das? Man kann alles abschalten.

Er: Hören Sie, der Demos-HAL2001 wurde entwickelt, um für Sie Entscheidungen zu treffen. Er entscheidet auch, ob oder wann er abgeschaltet wird.

Wir: Aha, ok, danke! (Und zu unserem Büronachbarn: Ok, Mike, hol die Wumme!)

Man könnte so ein Experiment als Erstes an einem Land ausprobieren, dessen Volk sowieso schon kaum oder keinen Einfluss auf die Entscheidungen der Regierenden hat oder die froh wären, diese loszuwerden. Ein Land wie etwa die USA zum Beispiel, denn im Ernst jetzt: Könnte es eine KI schlechter machen?

Oder Liechtenstein. Liechtenstein ist überschaubar und hat kaum demokratische Tradition.

Nun, wie auch immer. Diese und andere Fragen beschäftigen die Fachleute bei uns in der Abteilung für Gesellschaftsforschung des Kantonsmuseums Luzern. Fachartikel von Externen werden gerne angenommen und hier veröffentlicht. Interessierte melden sich bitte per Mail.

Die Katze

Wir alle kennen Katzen. Manche mögen sie sehr, andere weniger, etlichen gehen sie einfach auf den Wecker. Ginge es um den Rohrspatz, wäre es unrecht, menschliche Gefühle auf das Vogelvieh zu projizieren. Der Rohrspatz hat mit uns, ausser in unserem Wortgebrauch, rein gar nichts zu tun.

Ganz anders die Katze. Sie ist, was sie ist, weil wir sind, was wir sind. Damit hängt ihr ganzes Sein von dem unseren ab. Der Rohrspatz ist oder ist nicht, je nachdem, ob wir ihn ausrotten oder nicht. Aber selbst der allerletzte Rohrspatz wird einfach noch von selber Manier sein wie die heutigen. Die Katze hingegen wird gezüchtet, aufgarniert, verhätschelt oder verjagt und manchmal auch als Hauptspeise gereicht. Immer aber ist sie Teil der Gesellschaft. Und wie die Gesellschaft in unseren Breiten so ist, schmust sie halt gern mit Tieren rum, und die Katzen, auch wenn die meisten davon charakterliche Mistviecher sind, lassen es sich gefallen.

Und sieht man beim Spazierengehen ein kleines Busi in der Wiese hocken, kommt von mancher Dame oder Kind ein «Jööö, es Buusi!».

Nun, Nichtwissen bewahrt vor Erkenntnis. Zum Beispiel, dass es hier nichts zu jööen gibt. Hier ist ein Räuber am Werk. Eine wartende, jagende Katze, die nichts anderes will, als den Kopf irgendeiner dummen Maus, die aus dem Loch schaut, mit einem lauten Knackgeräusch vom kleinen Leib zu beissen. Natürlich erst, nachdem man das arme Tier eine halbe Stunde lang durch den halben Garten gejagt hat. Bei Vögeln, auch Rohrspatzen, ist es kaum anders. Zwei Krallenfüsschen, einige Federn und vielleicht noch der Schnabel liegen im Rasen und warten darauf, dass Kinder beim Spielen drauftreten.

Als Kantonsmuseum Luzern ist es unsere Pflicht, hier aufklärend einzugreifen und nicht nur den naturwissenschaftlichen Aspekt der Katze aufzuzeigen, sondern auch den gesellschaftlichen und psychologischen.

Es ist uns daher eine grosse Ehre, an dieser Stelle einen Gastbeitrag des grossen SMY veröffentlichen zu dürfen. Er hat in Gedichtform gepackt, wozu es früher eine einstündige Sendung mit Hans A. Traber bedurft hätte.


SMY, der Entjööer, zeigt den Finger:

Jööe nicht, das machts nur schlimmer.

Kommt die Einsicht und das Wissen,

wirst du deine Jöheit missen:

Büsis wollen Killer werden

Mäuse hocken drum in Erden,

hinter Löchern, hinter Wänden,

fürchten sich vor Büsis Händen.

Denn die würgen, kneifen, reissen,

bevor die Büsis endlich beissen.

Tötet dann das Killer-Pack,

fällt der Kopf mit lautem Knack!

Also jööt nicht und merkt auf:

Nehmt das Wissen nur in Kauf,

denn die Welt, sie ist nicht gut,

überall da fliesset Blut.

Besser ist es das zu wissen

und dafür die Jöheit missen!

Nur wer klar die Wahrheit kennt,

das Büsi dann auch «Mörder» nennt.

Wer das nicht will, der lässt es bleiben,

Und darf in Zukunft Jööer bleiben!

Ende

© Simon Meyer, 2014

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Kulturbeobachtung

Ethnologische Abteilung des Kantonsmuseums Luzern

(Fund LB_001_074)

Die Rasierklinge als generationen- und geschlechterverbindendes Objekt

Barthaare, Kopfhaare, Achsel-, Bein- und Schamhaare, Struppies, Punks und behaarte Rücken – die Rasierklinge hobelt sich bereits einhundertvierzig Jahre über die Häute und Häupter allerlei Menschen und hat dabei alle Hautfarben und Geschlechter gleich behandelt. Meist, indem sie sie bluten liess.

Generationen von mit Gesichtsbehaarung gesegneten (oder gestraften) Männern  liefen mit der japanischen Fahne im Gesicht herum. Klitzekleine Toilettenpapierschnipselchen, die lediglich von einem blutroten Pünktchen im Gesicht gehalten wurden.

Feinste Klingen, die sich durch vorsommerliche Bikinizonen schnitten und ein Schlachtfeld blutender Pusteln und schreiender Damen hinterliess.

Natürlich machte die Rasierklinge auch vor Drogen nicht halt. Strasse um Strasse wurde weisses Pulver auf Spiegeln und Tischplatten geschoben, nur um gleich darauf in Zuhülfenahme eines gerollten Hunderters ins Hirn geschnieft zu werden.

Und natürlich müssen auch die Legionen verzweifelter Liebesuchender und Lebensmüder genannt werden, die sich im warmen Badewasser die Pulsadern aufschnitten. Frauen und Männer jeder Hautfarbe, die leblos im roten Badewasser lagen, am Boden ein Abschiedsbrief und die aus der erkalteten Hand gefallene Gillette Fine Blade.

Nun hat das alles ein Ende. Seit Jahren schon ist dieses alle Verbindende vom Markt genommen. Frauen rasieren sich in Rosa, die Herren in Stahl, Turbo Mach sowieso, vier- und fünfklingig, Hauptsache, es hört sich supermartialisch an.

Aber lange schon haben sich Elektrorasierer, Epiliergeräte, Trimmer und Laser etabliert. Alle schön geschlechtsspezifisch, um ja die in ihrem Geschlecht nicht oder noch nicht Definierten mit verwirrten Gesichtern in den Elektroabteilungen herumirren zu lassen.

Immerhin, die japanischen Flaggen hängen noch immer im Gesicht der Männer, weil diese keine Lust haben, allport einen neuen Klingeneinsatz für ihre Rasiermaschinen zu kaufen, und lieber den stumpfen Stahl über ihre Gesichter rattern lassen.

Diese abgebildeten beiden Schächtelchen mit Gillette-Rasierklingen sind also mehr als nur archäologische Funde aus der Löffelburg. Sie gemahnen uns an eine Zeit, in der Mann und Frau, Schwarz und Weiss (und alle anderen) eine Rasierklingenbreite enger beisammen waren, als sie das heute sind.

 

© Simon Meyer, 2019