Archiv der Kategorie: Gesellschaftsforschung

Unglaublicher Fund in der Löffelburg

Unglaublicher Fund

Bei den Umbauarbeiten in der Löffelburg ist heute ein unglaublicher Fund zutage getreten. Ein Nagel! Aber nicht einfach irgendein Nagel.

Ein industriegefertigter, unbenutzter 80er-Zimmermanns-Nagel aus den frühen 1980er-Jahren!

Entschuldigen Sie die vielen !!!, aber das ist einfach wunderbar!

Nun denken Sie vielleicht: «He, spinnen die? Ist ja nur ein oller Nagel.» Aber das wäre viel zu kurz gegriffen. Verstehen Sie, was da dahintersteckt? Abgesehen von der Kulturleistung erzählt es auch noch Geschichte.

Die Kulturleistung Nagel

Oft geht bei den heutigen, als alltäglich angesehenen Dingen vergessen, welche Leistungen dahinterstehen und was sie über uns aussagen.

Der Nagel, früher noch von Hand geschmiedet – so zum Beispiel vom Nagelschmied Bernhard Brandstätter, der dies bis 1812 in der Löffelburg tat. Mit der Erfindung der dampfgetriebenen Maschinen kam die Industrielle Revolution und mit ihr die industrielle Fertigung von Nägeln aus Stahl.

Die Elektrizität wurde erfunden und die Maschinen wurden nun nicht mehr mit Dampf, sondern mit Strom betrieben. Doch es gab zu wenig Strom, denn der wurde nach wie vor aus Dampfmaschinen gewonnen. Unglaubliche Mengen an Steinkohle wurden dafür benötigt (die übrigens auch die Industrie-Essen beheizte, in denen der Stahl für die Kohle erst gegossen, dann gewalzt und danach im Endprodukt gefertigt wurden), und ganze Städte erstickten im Russ der Schlote. Die Sterblichkeitsrate stieg dermassen an, dass sogar die kapitalistischen Ausbeuter erkannten, dass es so nicht weitergehen konnte. Ja, kapitalistische Ausbeuter, denn im Kielwasser der Industriellen Revolution tauchte der Kommunismus auf. Seine Macht war schnell gefestigt und unter den Sozialdemokraten und Kommunisten wurden Gesetze zum Schutz der Arbeiterinnen und Arbeiter erlassen und Schimpfwörter wie «kapitalistischer Ausbeuter» erfunden.

So ging das weiter und weiterund eine Technologie führte zur nächsten.

Um 1812 benötigte Brandstätter noch ca. 20 Sekunden für einen Nagel.

Um 1912 fertigte ein Arbeiter 20 Nägel pro Sekunde.

Um 2012 fertigen roboterisierte Anlagen Aberhunderte Nägel pro Sekunde und Arbeiter benötigt es kaum noch.

Die Kulturleistung ist also nicht nur, dass man aus Stahl Nägel herstellt, die es ermöglichen, dass ein Stück Holz mehr oder weniger dauerhaft mit einem anderen Stück Holz verbunden werden kann, sondern auch, dass es niemanden mehr braucht, der diese Nägel herstellt.

Die Mikrogeschichte des Nagels LB_001_82

Um 1980 lebte in der Löffelburg die Familie des Ignaz Kappeler. Dieser baute an dem Haus auch immer wieder einmal dieses, einmal jenes um. Für die Löffelburg leider nicht zum Besten, doch dafür wollen wir Herrn Kappeler keinen Vorwurf machen. Zu dieser Zeit wussten die meisten Leute nicht, wie man mit einem Fachwerkhaus umgehen muss, damit es nicht zu Schaden kommt.

Jedenfalls wurde in den 1980er-Jahren die Schwelle von R27 zu R24 entweder erneuert oder repariert, denn es wurde zur Stabilisierung ein Stück Holz unter die Schwelle genagelt, um, so vermuten wir, ein Wackeln oder Quietschen der Schwelle zu unterbinden. Und bei dieser Gelegenheit muss demjenigen, der die Arbeit ausführte, der Nagel in die Ritze gerutscht sein.

Wollte er den Nagel herausfischen? Wenn ja, hat er sich geärgert, weil ihm ein schöner neuer Nagel verlustig gegangen war? Oder dachte er sich: «Ach was sollst, ist ja bloss ein Nagel!» Haben ihn wegen dieser verschwenderischen Gedanken Gewissensbisse gepackt oder war es ihm egal?

Wir wissen es nicht und werden es auch nie erfahren.

Der Nagel jedenfalls lag da und wurde erst Jahrzehnte später aus seiner nutzlosen Situation errettet.

Was nun tun mit dem Nagel?

Man könnte den Nagel, wie die anderen Fundstücke auch, beschriften und eintüten, in der Fundliste verzeichnen und dann, irgendwann, mit all den anderen Funden der Kantonsarchäologie Luzern überreichen.

Man könnte den Nagel benutzen. Ihn mittels eines geeigneten Hammers durch zwei Hölzer treiben und diese so in innige Beziehung bringen. Man täte etwas Gutes, Rechtschaffenes.

Man könnte ihn einfach in die Ritze zurücklegen und ihn einer anderen Zeit übereignen, einer ungewissen Zukunft und einem ungewissen Finder oder einer ungewissen Finderin. Würde sein unglaublicher Wert erkannt oder wäre es bloss ein Nagel oder aber, nicht einmal das, lediglich ein rostiges, dreckiges altes Ding?

Was denkt ihr? Teilt es mir mit – per Mail oder im Kommentarfeld.

Museen, die den Nagel ausstellen möchten, melden sich bitte bei unserem Kurator Herrn Simon Meyer. [mail]

Zum selbst zugefügten Schmerz im Handwerk

Der Schmerz ist gross, das Fluchen laut, wenn man sich auf den Daumen haut.

Die Unfähigkeit auch versierter Handwerkerinnen und Handwerker, ohne Verletzung des Eigenen Körpers zu arbeiten, zeigt sich, abgesehen von der SUVA-Vorschrift, einen Erste-Hilfe-Kasten immer griffbereit zu haben, an den unzähligen Pflastern und Verbänden, die man an den Händen von Handwerkerinnen und Handwerkern weltweit sieht.

Dies bringt mich zu der Frage, wieso es der menschliche Körper nicht schaffen konnte, sich in den letzten eineinhalb Millionen Jahren evolutionär an die Herausforderung, die das Leben an den Körper stellte, anzupassen.

Die Feinmotorik, die es früheren Menschen erlaubte, aus einem Feuerstein eine hauchfeine Klinge zu schlagen oder mit einem Minimum an Werkzeugen die wundervollsten Dinge zu schaffen, hätte sich doch, verdammt noch mal, weiterentwickeln können!

Stattdessen haut man sich auch heute noch mit dem Hammer auf die Finger.

Meiner Ansicht nach widerlegt das auch alle Theorien zu einem göttlichen Design. Wäre dem so, nun ja, ich würde den Pfuscher verklagen!

Eine andere Möglichkeit wäre natürlich der Selbsthass. Vielleicht bricht der ab und zu aus diesem ominösen Unterbewusstsein, von dem die Psychologen nicht müde werden zu reden, durch und zwingt uns, uns selber weh zu tun? Als Strafe, weil wir in der Schule nicht besser aufgepasst haben, oder weil wir beim Einkaufen den Hintern der Frau vor uns an der Kasse angestarrt haben? Oder ganz einfach, weil es irgendeinen Zwist zwischen der einen Hand und der anderen gibt? Neid oder gar Hass, weil die eine etwas tun kann/darf, was die andere nicht darf/kann?

Wir wissen es nicht und das ist ärgerlich. Da werden Millionen für die Forschung an sexuell funktionsfähigen Penissen ausgegeben, aber ich habe keine einzige Studie gefunden, die das Zufügen von Schmerzen beim Verlegen von Parkett oder dem Zuschneiden von Abdeckblechen durch die eigene Hand behandelt.

So kann das doch nicht weitergehen, verdammt!

Foto: Doppelbelichtung Hand und Holz, 2015

Scapulamantie

Bereits vor Jahrtausenden wurde mit rohen oder, z. B. in der Mongolei, angebrannten Schulterknochen Weissagung betrieben.

Man kann sich nun ernsthaft fragen, welchen Wissensbeitrag ein angekokelter Lammknochen wirklich leisten kann.

Weiss das Ding mehr als wir, und wenn ja, was? Oder ist es möglicherweise so, dass der Knochen gar nichts weiss und die Antworten von a.) dem Hellseher oder  b.) dem Jenseits/Götter/Geister kommen?

Diesen Fragen gingen wir im Kantonsmuseum Luzern in einer interdisziplinären Gruppe nach und kamen zu erstaunlichen Ergebnissen.

Die Techniken der Wahrsagerei:

  1.  Das «Sichten» in Trance
  2.  Das «Sichten» in der Betrachtung von Details
  3.  Der Vergleich von Erfahrenswerten

Das «Sichten» in Trance

Die Hellsehenden/Weissagenden begeben sich durch Meditation, und oft durch Zuhilfenahme von Drogen, in Trance. Das Geweissagte wird je nach Weltregion als Eingebung eines Gottes/Dämons/Geistes oder Ahnen gedeutet oder als Wissen, das man aus sich selber schöpft.

Das «Sichten» in der Betrachtung von Details

Die Hellsehenden/Weissagenden betrachten eingehend den Knochen. Farben, Formen, Details usw. wecken Assotiationen, sie sehen etwa Gegenstände darin oder die Assotiation an einen Menschen. Dies alles wird zu einer Aussage zusammengebracht.

Der tradierte Bilder

Die Hellsehenden/Weissagenden betrachten den Knochen und suchen in ihrer Erinnerung oder nach überliefertem Wissen, die eine Aussage zu z. B. abgebrochenem Angelus Superior machen. Es sind also, ähnlich wie bei Tarot-Karten, festgelegte Bilder, die eine festgelegte Antwort zur Folge haben.


Das Team hat an dem Knochen verschiedene Experimente gemacht. So wurde zum Beispiel ein Loch in den Knochen gebohrt, um herauszufinden, ob sich in dem Knochen etwa Wissen verstecken könnte. Es war jedoch nur Knochen drin.

Des Weiteren fanden wir verschiedene Freiwillige, die nur zu gerne bereit waren, den Knochen im Drogenrausch zu untersuchen.

Die Fragen:

Lebt Elvis noch?

Wie wird das Wetter morgen?

Welche Farbe hat meine Unterwäsche?

Wo liegt der Heilige Gral verborgen?

Die Fragen konnten von den Testpersonen weder vollständig noch richtig noch einheitlich beantwortet werden.

Wir einigten uns daher darauf, dass die Drogen alleine nicht zu Einsichten führen können.

 

Über das Sichten von Details konnte ebenfalls keine richtige Antwort auf eine der obgenannten Fragen gefunden werden.

 

Und letztlich konnte auch die dritte Technik keine befriedigenden Antworten liefern.

Wir kamen also zum Schluss, dass die mit einer dieser Techniken geäusserten Weissagungen nicht konkrete Fragen beantworten können, sondern vielmehr der/die Fragende selber die zu interpretierende Deutung gibt.

 

FAZIT:

Weissagungen sind ungenau, subjektiv und können ganzen Völkern das Leben schwer machen, wenn die Interpretation falsch war. Auch privat kann die Weissagung: «Man wird weitherum von dir hören!» vieles bedeuten. Auch, dass man weitherum von einem hört, weil man mit hundert km/h eine Tankstellenzapfsäule erwischt hat.

Weissagungen regen also zum Nachdenken an. Sie sind Denksport, der auch Selbstreflektion verlangt, jedoch nie eine Lösung auf eine Frage bringt. Die Scapulamantie kann also gut als Alternative zu anderen Zeitverschwendungen, wie etwa das Schauen der SRF-Nachrichten oder «The World of Warcraft»,  sportlichen Betätigungen oder dem Reparieren eines PCs betrieben werden.

 

Gerne laden wir Sie zu unserer Sonderausstellung im Kantonsmuseum Luzern ein. Bringen Sie einen alten Knochen mit, wir werden Ihnen helfen, ihn fachgerecht zu sichten.

 

STAU

Gestern war um Luzern herum Stau. Und ich meine nicht einfach dieses Etwas-Stehenbleiben, das die ZürcherInnen oder StuttgarterInnen so gut kennen. Ich meine Stau! Fertig fahren. Ende. Stehen. Das Fahrzeug ist seines Existenzgrundes enthoben und löst sich nur durch die wunderbaren Gesetze des Universums nicht einfach auf.  42. Verfassungszusatz: Im Stau sind alle Menschen gleich.

Derweil ich also im 52er-Bus sitze und mir nach mehr als einer Stunde die Amoklaufen-verhindernde Meditation nicht mehr half, machte ich ein kleines Brainstorming und schrieb mir alle Wörter auf, die mir im Zusammenhang mit Stau, und dann mit Verkehr insgesamt, in den Sinn kamen.

Ladys und Gentleman – folgende Liste ist bei Weitem nicht vollständig (Vorschläge willkommen), jedoch Resultat angestrengten Nachdenkens, Ruhigbleibens und innerer Einkehr. Das Ignorieren meines etwas miefenden und schniefenden online Fussball spielenden Teenager-Sitznachbarn ist nicht eingerechnet.

160 Worte zum Thema Stau und Verkehr, für euch alphabetisch geordnet (erst Stau, dann alle anderen). Was sagt diese Liste über unsere «Zivilisation» aus?

Dass wir meschugge sind? Falsch gepolt? ist diese Liste, so unvollständig sie ist, nicht Ausdruck eines Scheiterns?

Das Auto sei des des Deutschen liebster Freund, meinte einmal ein deutscher Bundeskanzler, der sich wahrscheinlich sein Resthirn mit seiner vierten oder fünften Ehefrau weggebumst hatte. Nun, ich dachte, das sei der Hund, aber was solls. In der Schweiz ist es nicht ganz so schlimm, wir haben ja keine Autoindustrie, aber viel besser sind wir nicht.

Die Frage ist, wie wir das jetzt wieder hinkriegen. Mehr öV wird gefordert. Gut! Toll! Machen wir also Druck auf die Volksvertreter, dass endlich anständige und brauchbare Konzepte erarbeitet werden (und gottverdammtnochmal auch umgesetzt werden, ihr neoliberalen Spackos von FDP und SVP!).

Derweil ist natürlich allen klar, dass die SBB längst am Kollabieren ist und der öV in den meisten Städten längst an den Grenzen des Möglichen angelangt ist, wenn nicht Schienennetze erweitert, Rollmaterial ergänzt, Strassen dem öV und Langsamverkehr übereignet und die Fahrkosten für den Individualverkehr stark erhöht werden.

Bis diese Utopien umgesetzt sind, wollen wir uns also etwas dieser Lektüre widmen:

Stau
Rollender Verkehr
Rückstau
Stau-Opfer
Stau-Umleitungshinweis
Staubeteiligte
Staumeldungen
Staunachrichten
Stausignalisation
Stauumleitungen
Stauursache
Stauverursacher
Stauwarnungen
Stautarnung
Stehende Kolonne
Stehender Verkehr
Stockender Verkehr
Stop-and-go-Verkehr
Verkehrsstau
Verkehrsstockung
Verkehrsstörung
Zähfliessender Verkehr

Abgaskontrolle
Abgasplakette
ABS
Abschleppdienst
Abstandsautomatik
Ampel
Anrainerverkehr
Ausfahrt
Ausweichverkehr
Auto
Autobahn
Autobahnkreuz
Autobahnraststätte
Autobahnüberführung
Autobahnvignette
Autobus
Autopartei
Autoschlange
Autoverkehr
Beifahrer
Berufsverkehr
Bundesstrassen
Car-Sharing
Durchgangsverkehr
Einbahnstrasse
Einfahrt
Elektromobilität
Fahrbahnbegrenzungslinie
Fahreignungsuntersuchung
Fahrgastsicherheit
Fahrgastzelle
Fahrkompetenz
Fahrleitungsdefekt
Fahrrad
Fahrradverkehr
Fahrverbot
Fahrzeug-Kontrollschildnummer
Fahrzeugausweis
Fahrzeugkonfiguration
Fahrzeugsteuer
Fliessverkehr
Führerausweis
Fussgängerstreifen
Gegenverkehr
Geisterfahrer
Gurtenpflicht
Halteverbot
Hauptstrasse
Hauptverkehrszeit
Helmpflicht
Im Stau stehen
In den Stau geraten
Inverkehrbringung
Kantonsstrasse
Kreisverkehr
Kreisverkehr-Insel-Kunst
Landstrasse
Langsamverkehr
Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe
Lernfahrausweis
Linienbus
Linksabbiegeverbot
LKW
Maut
Mofa
Motorfahrzeugführer
Motorfahrzeugverkehr
Nahverkehr
Nahverkehr
Nationalstrassen
ÖV
Parkhaus
Parkieren
Parkverbot
Pendlerverkehr
PKW
Privatstrasse
Publikumsverkehr
Quartierstrasse
Quartierverkehr
Radarkontrolle
Raser
Reiseverkehr
Rollbrett
Rush Hour
Schilderwald
Schwerverkehrsabgabegesetz
Signalisationsänderung
Sonntagsfahrverbot
Spurwechsel
Stoppschild
Stossverkehr
Strasse
Strassenbau
Strassenbenützer
Strassenhoheit
Strasseninfrastruktur
Strassenrowdie
Strassenverkehr
Strassenverkehrsamt
Strassenverkehrsgesetz
Strassenverkehrsvorschriften
Tankstelle
Tempolimit
Temporeduktion
Töff
Tram
Transporthaftungs-Ausschlussklausel
Transportverkehr
Trolleybuss
Trottinet
Trottoir
Überholmanöver
Überholverbot
Umweg
Velo
Verkehr
Verkehrsberuhigung
Verkehrsbeschränkung
Verkehrsbeteiligte
Verkehrsbussenverordnung
Verkehrschaos
Verkehrsentlastung
Verkehrskonzept
Verkehrskorridor
Verkehrsmittel
Verkehrspolitik
Verkehrsregeln
Verkehrsregelverletzung
Verkehrssicherheit
Verkehrssignalisation
Verkehrsstreuer
Verkehrstüchtig
Verkehrsumleitung
Verkehrszulassung
Vorfahrt
Waldstrasse
Zubringerverkehr

Datenschutzerklärung

Von WordPress wurde ich darauf hingewiesen, dass wir eine Datenschutzerklärung in diese Homepage einbinden sollten.

Hm. Das ist das Internet, wie soll das gehen?

Die grosse Aktion «Sandindieaugen», sprich Datenschutz für Internetuser/innen möchte das so. Basta.

Tatsächlich kann es heute keine Datenschutzerklärungen auf Internetseiten geben, die tatsächlich eingehalten werden könnten.

Wir beschränken unsere daher auf Folgendes:

Liebe Leserin, lieber Leser. Sie befinden sich auf unserer Homepage und damit im Internet. Ehrlich gesagt sind alle Datenschutzerklärungen absolut überflüssig, denn Tatsache ist, absolut alle Informationen werden, ohne unsere Zustimmung von Providern, Hoster und der ganzen verdammten Internet-Datensammelmafia, den Geheimdiensten und wasweissichnichtwem gesammelt und in irgendeiner Form weiterverarbeitet. WIR EMPFEHLEN DAHER:

  1. Richten Sie sich den Browser Opera ein und stellen Sie ihn auf höchste Sicherheitsstufe inkl. VPN (Link VPN Erklärung Wikipedia)
  2. Löschen Sie nach dem Besuch unserer Seite alle Browserdaten.
  3. Wenn Sie gaanz sicher gehen wollen: Verlassen Sie das Internet! Kaufen Sie sich ein spannendes Buch und laden Sie sich vorher die Offline-Version von Wikipedia herunter.

Können Sie sich erinnern? Die Zeit vor Internet? Telefonate mit Freunden, statt ein fb-like? Bücher lesen statt Game of Thrones streamen? Verstohlen und beschämt am Kiosk ein Heftli kaufen statt sich durch myporn, youporn oder wessen porn auch immer zu klicken (nicht dass das irgendjemand jemals tun würde!).  Am Samstag mit Freund oder Freundin, Kumpels usw. shoppen gehen, statt den ganzen Krempel online zu kaufen?

Ok, wenn Sie das erlebt haben, dann können wir uns jetzt duzen, denn wir sind in einem Alter, wo wir das einfach so tun können.

Also, hi, ich bin Smy. Ich brauche das Internet seit seinen Anfängen und ich hatte grosse Hoffnungen. Als ich meinen ersten Wikipedia-Eintrag verfasste, gab es gerade an die fünftausend Artikel über die Schweiz und alle AkademikerInnen hassten es. Wir redeten von der Demokratisierung des Netzes, von grenzenlosem Wissen und der Möglichkeit, dass wir endlich alle Freunde werden könnten.

Was am Ende blieb, ist, dass die Demokratisierung des Netzes zerschlagen wurde wie der arabische Frühling, das grenzenlose Wissen zu einer Lawine von Fake-News geworden ist und absolut niemand im Netz sicher ist. Freundschaft wird auf likes reduziert und auf ein Herz-Emoji. Millionen Tonnen Leerfracht und noch einmal Millionen Tonnen Retouren, Datenklau, Kontohacker und Persönlichkeitsdiebstahl, Kinderpornografie, Hatestorms, Shitstorms und youtube-Fanhysterie für Schminktipps.

Sag mir, Freund, der auch du die Zeit kanntest, in der die Länge des Kabels vorgab, wie weit du dich vom Telefon entfernen konntest und es nervte, wenn zu viele Neunen in einer Telefonnummer vorkamen, weil man dann so lange warten musste, bis die Wählscheibe zurückgedreht ist, sag mir also, denkst du nicht auch ab und zu: «Ihr könnt mich doch alle am Arsch lecken!»?

Also ich schon, ich denke das oft. Weshalb nutze ich denn das Internet noch immer? Weil wir in Geiselhaft des technischen Fortschritts sind. Wir können es lassen und werden abgehängt, verstehen nur noch Bahnhof und werden kaum noch ein Telefon bedienen können, oder wir machen den Scheiss mit und versuchen, das Beste draus zu machen, auch wenn das, nun mal ehrlich, kaum zu finden ist.

Aus der schönen neuen Welt ist ein Reich von Wegelagerern geworden. Und aus der Hoffnung, einen Ausweg aus den konservativ-kapitalistischen Zwängen zu finden, ist ein Instrument des neoliberalen Kapitalismus geworden, die Massen mit Konsumzwängen zuzuscheissen, bis sie sich vor lauter Unfähigkeit, denen nachkommen zu können, vor den Zug werfen.

Jaja, das Internet hat auch Gutes. Wir konnten den Astronomen bei der Suche von Planeten und anderem helfen. Doch was nützt uns das? Wir konnten der Medizin helfen, Krankheiten und deren Muster zu verifizieren. Toll, in der Zwischenzeit sterben Menschen wegen des Konsums von Medikamenten, die sie legal und illegal im Internet bezogen haben.

Kurz gesagt, erinnern wir uns an die wirklich weisen Worte von Amy in The Big Bang Theory, die sie über den Film «Die Jäger des verlorenen Schatzes» sagte: «Indiana Jones [der Held des Films] spielt für den Ausgang der Geschichte überhaupt keine Rolle. Wenn er nicht in dem Film wäre, würde der dennoch auf die gleiche Weise enden.» Ja das ist wahr, und fast genauso verhält es sich mit dem Internet.  Ist das nicht traurig?

Wie also geht es weiter? Keine Ahnung, echt. Ehrlich gesagt habe ich nicht die geringste Hoffnung, dass sich das zum Guten wenden wird. All die Versprechungen von der «Befreiung» des Individuums aus den Fesseln der «Cookie-Gilden» klingen hohl angesichts der Tatsache, dass es genau die grossen internetfirmen sind, die uns versprechen, dass «wir versprechen, uns zu bessern» (Mark Zuckerberg, 2018).

Also, auf dem Smartphone den Browser SnowHase installieren und auf dem Computer ein VPN-Add-on  für den Browser (diese können kostenpflichtig sein, aber das lohnt sich allemal).

Oder aber man lässt das alles, liest die Datenschutzerklärung und AGB der Anbieter und drückt brav auf «ok» und auf «Einverstanden», wenn deine Bewilligung für Cookies erfragt wird.

Es kann ja so einfach sein!

Die Macht der Dummheit

Wenn die Grossverteiler uns bereits im September mit Clementinen aus Südafrika, im Dezember mit Erdbeeren aus Chile, und gleich nach Schmutzig-Donnerstag mit Schoggi-Osterhasen versorgen möchten, dann ist die Macht der Dummheit am Werk. Auf sie ist Verlass. Angetrieben von Gier und der Unfähigkeit oder dem Unwillen zur Reflektion wird in die Regale gestellt, was sich verkaufen lässt. Und aus dem selben Grund gibt es immer wieder Menschen, die diese Angebote annehmen und kaufen; unreflektiert, egoistisch, und ja, nicht selten dumm wie ein trockenes Mutschli.

Wäre es nicht langsam an der Zeit, dass sich diejenigen, die über die Fähigkeit der Reflektion verfügen, die vielleicht gar den Zusammenhang zwischen Clementinen aus Südafrika im September und der fehlenden Lehrstelle für ihre Tochter oder ihren Sohn verstehen, dass sich also Menschen, die nicht einfach kaufen, was ihnen die Schacherer von Coop, Migros, Aldi und Lidl vorsetzen und die deren unablässigen Beteuerungen, sie würden diese Produkte nur verkaufen, weil «der Kunde das wünscht» nicht Glauben schenken, dass sich also die Kundin und der Kunde mit wehren und den Filialleitern die Clementinen und Erdbeeren, die Februarspargeln aus China und den ganzen Rest um die Ohren hauen? Ich will hier nicht zu Gewalt aufrufen, aber doch immerhin dazu, dass sich jede und jeder, der sich aufregt, nicht nur aufregt, sondern den Filialleiter (oder die Filialleiterin) zu sich ruft und ihm/ihr die entsprechende Meinung geigt.

Denn eines ist sicher: Wenn sich Geld mit Dummheit machen lässt, dann braucht es Verstand, dem Einhalt zu gebieten.