DENDROCHRONOLOGIE

DENDROCHRONOLOGISCHE HOLZALTERSBESTIMMUNGEN

Am 14. Mai 2018 entnahm Raymond Kontic, Dendrochronologie und Baugeschichte in Basel, im Auftrag der Denkmalpflege des Kantons Luzern an der Löffelburg Holzproben in der auf dem Erdgeschoss liegenden Balkenlage, der Schwelle sowie Bodenbrettern für eine dendrochronologische Untersuchung.

Das Resultat in Kürze: Das Fälldatum der beprobten Hölzer ist Winter 1614/15, Winter 1615/16 und Frühling 1616.

Für all diejenigen, denen es nun in den grauen Herbsttagen zu Hause wirklich unglaublich fad wird, habe ich mir erlaubt, den dendrochronologischen Bericht hier als PDF zur Verfügung zu stellen. Ich verspreche, danach wird, auch wenn nichts geschieht, das immer noch spannender sein als der Bericht. Jedoch! Aufgehorcht! Spannend ist natürlich, dass wir mithilfe des Berichts festhalten können, dass der über dem Erdgeschoss liegende Teil der Löffelburg definitiv um 1616/17 gebaut wurde.

Dendrochronologischer Bericht

Das Shooting

Abenteuer zu erleben, zumal, wenn man wie ich ein Ich hat, das das für einen erledigt, ist nicht schwer. Es braucht ein Schweizer Taschenmesser, den unerschütterlichen Glauben daran, dass die Bluterei einmal aufhört, und natürlich ein Handtuch. Nun, das Handtuch ist nicht ganz so wichtig, aber es hilft.

Es war nie meine Absicht, Abenteuer zu bestreiten, die Sterne zu bereisen oder den Wald der Buchin zu besuchen. Aber Dinge geschehen. Immerzu und, wie man in der Innerschweiz sagt, allport!

Da ihr vielleicht, nur vielleicht, den Wunsch hegt, von diesen Abenteuern zu hören, dann sei hierrauf verwiesen: «Die wirklichwirklichwahren Abenteuer des SMY in der Anderswelt»

Wer nichts von alledem wissen will, dem sei hier das Ende des Internets wärmstens empfohlen: LINK

Alle anderen kommen mit mir!

Der 29. September morgens. Ich wollte wieder einmal Fotos machen, denn, wie einige wissen, ist das mein Beruf. Ich packte Stiefelhosen und Kamera ein und machte mich auf den Weg in den Wald der Buchin. Da ich den Wald seit einigen Jahren und seit einem ganz besonderen Vorkommnis stets bei mir trage, war der Weg nicht weit.

Was mir vorschwebte, waren Aufnahmen von Nixen, Nymphen, Blubberern oder gar einem Gurgler, und das hiess, dass ich mich ins Wasser wagen müsste. Der kleine Bach, der sich von Nordwesten her durch den Wald der Buchin bis hinunter zum sumpfigen Birkenhain zieht, ist der richtige Ort für ein solches Vorhaben. Ach was habe ich da Nixen gesehen!

Als ich an jenem mit riesigen Moosen und Farnen bewachsenen Teil ankam, bei dem der Bach nicht mehr gurgelnd und singend über die Steine springt, sondern still und gemächlich und gar nicht tief über den moorigen Boden kriecht, zog ich mir die Stiefelhosen über und trat hinaus  ins kühle Wasser, um auf mein erstes Sujet zu warten.

Übrigens, damit es keine Missverständnisse gibt, es gab, gibt und wird niemals Fotos von Nixen, Gurglern oder Blubberern geben. In meiner Kamera war selbstverständlich kein Chip und auch zu Hause habe ich keine Fotos. Nixen können nicht fotografiert werden. Geht nicht. Ausgeschlossen. Wer was anderes erzählt, ist ein stümperhafter Lügner.

Ich liebe nur das Fotografieren der Wesen im Wald der Buchin. Ich brauche keine Fotos von ihnen. He, jeder braucht ein Hobby, kümmert ihr euch um das eure!

Nach einiger Zeit tauchte tatsächlich eine Nixe auf. Sie kannte mich schon lange und ich und ihre Freunde haben oft Zeit am Bach verbracht. Hnnn, so war ihr Name, was ehrlich gesagt genau dem Geräusch entspricht, das mir jedes Mal, wenn ich sie sehe, entwischt, lugte aus dem Wasser. «Fotoshooting?», fragte sie. «Wenn du magst», antwortete ich, und schon war sie untergetaucht und weg.

Ich wartete sicher zehn Minuten im kalten Nass, als plötzlich das Wasser aufschäumte und ein echter Gurgler sein nasses Haupt über die aufgeschäumten Fluten hob. Er war wirklich happy, dass man ihn einmal fotografieren wollte, und auch wenn wir beide wussten, dass es nicht ein einziges Foto geben würden, hatten wir ein tolles Shooting!

Manchmal kann man etwas machen, ohne das gleich was Bleibendes dabei rausspringt. Man macht es einfach so. Der Drang des Menschen, sich immer überall und für alle Zeiten zu verewigen, ist dumm. Wen interessiert es, ob ein Film in der Kamera steckt, wenn man gerne fotografiert? Und wen, ob es Publikum gibt, wenn man gerne musiziert? Ich kenne einen Mann, der seit vierzig Jahren politische Reden hält und das nur dann, wenn er alleine ist. «Ach weisst du», sagte er mir einmal, «ich habe Angst vor Menschenmengen, aber ich halte einfach so gerne politische Reden!»

Und die Moral von der Geschicht? Moral? Kann man hier nicht einfach mal ne Geschichte erzählen? Moral! Pah!

Und nicht vergessen: Am 31. Oktober 2019 im Gartensaal der Kustorei: «Die wirklichwirklichwahren Abenteuer des SMY in der Anderswelt» Alle Infos auf der Veranstalter-Seite: www.kulturfläck.ch

Indiskretion über den Löffelburger

Wehe, das bleibt nicht unter uns!

Ab und zu schleicht sich der SMY davon. Hinweg! Einfach so! Manchmal hat es mit der Welt zu tun, in der wir alle leben müssen. Und wir meinen nun nicht die Welt der grünen Auen und Wälder, sondern der Werbehysterie, des Einkaufwahns, der Uneinsichtigkeit der Menschheit gegenüber ihrem Versagen, sich geistig weiterzuentwickeln. Meist aber ist es die Sehnsucht. Die Sehnsucht nach den Sternen, oder die Sehnsucht nach dem Wald. Und zwar nicht irgendeinem Wald. DEM WALD!

«Da führt von Südwesten, leicht ansteigend und einen breiten, zusammengefallenen Wall überwindend, ein sanft grüner Weg hinein in den Wald. Hinter der breiten Front der Bäume und Sträucher, die den Rand des Waldes säumen, sind nur summende Schatten.

Ein, zwei Baumreihen sieht man hinein, erahnt man Stämme und den Umriss eines aus dem Boden ragenden Wurzelstockes – zieht es einen magisch an, die Neugier, die Angst, das Klopfen des Herzens bis zu den Ohren und die Erinnerungen an eine Jugend, in der man sich ängstlich, aber voller Mut hineinwagte in den Wald, um sich bei einer Schnitzeljagd, Räuber und Poli oder Versteckspielen zu verbergen.

So geht man also über den Wall und steht am Waldeingang, blinzelt hinein in das Dunkel, hört das Summen, die Vögel, die nicht mehr pfeifen, und macht ängstlich einen Schritt hinein.»

Ja, diese Art Wald – und noch mehr! Denn der Wald hat eine Eigenheit. In ihm leben Wesen, die sich sonst kaum noch blicken lassen. Zwiewirtel etwa oder Zwelfen. Zwerge, Zawüpfe, Borkenbräunlinge, Langsame, Schatten und Trolle, Herr Kirlefing und die Wodennada, und natürlich die über alles wachende Buchin. Ach was hat der SMY dort Abenteuer erlebt! Und immer wieder zieht es ihn dorthin.

Und nun verraten wir euch was! Am 31. Oktober 2019 liest SMY aus seinen Tagebüchern Geschichten über seine Zeit im Wald der Buchin vor.

Begleitet wird er dabei von Herbert Müller und Klaus Pfister.

Ort: Gartensaal der Kustorei, Stift 3, 6215 Beromünster
Zeit: 20.30 Uhr (Türöffnung 20.00 Uhr) bis 22.00 Uhr
Eintritt: Kollekte

Organisiert wird der Abend vom Verein Kulturfläck Beromünster www.kulturfläck.ch

So, und wer bis hierher gelesen hat, darf belohnt werden. Denn SMY hat im Wald der Buchin etwas beobachtet. Pssst!

Am Bache stand und trönkte stülle

Frau des Zwergs aus goldner Tülle

ihre Ziegen und den Kater

und des kleinen Schäfleins Vater.

Schickte dann die Tiere fort

„fresset nun an anderm Ort!“

Goss dann aus der goldnen Kanne

Wasser in die Güldne Wanne.

Heizte es mit heissen Steinen

Grossen runden und ganz kleinen

Zog den Rock aus und die Blusen

reckte ihren Arsch und Busen

rein ins Wasser, in die Fluten

Spürte ihre Wangen gluten

und vom Kopfe bis zum Bein

glühen wie von heissem Wein.

Weg vom Weiblein geht der Blick

denn die Zwergin kennt ‘nen Trick

Kennt ihn schon ein halbes Leben:

Ohne Zwerg kann sie erbeben!

 ©SMY 2006

Hi, I’m Fake News

Guten Tag Mensch

Ich bin Fake-News. In letzter Zeit ist viel von mir die Rede, obwohl ich doch schon eine uralte Urururur-Grossmutter bin.

Geboren wurde ich 1890 in Cincinnati, doch mit Ausnahme der grossen Tage der beiden Weltkriege und des späteren Kalten Krieges hatte ich ein recht beschauliches Leben. Erst in den letzten Jahren, nachdem ich doch nun schon so alt bin, ging es dank dem Internet, Trump, Putin und Mark Zuckerberg so richtig los.

Glücklicherweise habe ich schon früh meinen Mann Propaganda kennengelernt. Mit ihm zusammen habe ich einen ganzen Stall voll wunderbarer Kinder zur Welt gebracht und aufgezogen. Das älteste, die politische Verleumdung, das wir nach meinem Grossvater benannt haben, hat selber ebenfalls eine grosse Familie gezeugt, und unsere Tochter Hetze – was soll ich sagen: Wir sind einfach stolz auf sie!

Nun möchtest du sicher wissen, was wir tagein, tagaus so treiben. Nun, das ist einfach. Wir versuchen dich zu manipulieren. Das machen wir noch nicht einmal besonders heimlich oder mit Zartgefühl. Nein ,nein, wir wissen ja, dass du wirklich abgestumpft und dumm bist, dazu noch zu faul, dich bei verschiedenen Quellen zu informieren und – und das ist das Beste – dass du ein Egomane bist, der, wenn er einmal eine Meinung gefasst hat, jeden und jede davon zu überzeugen versucht.

Unsere Auftraggeber sind meist die grossen Firmen und natürlich politische Parteien. Die haben aber meist nicht so viel Geld, weshalb sich immer wieder reiche Firmenbosse, Oligarchen finden, die das für die Politiker bezahlen. Manche heuern uns auch aus purem Hass auf andere an, und die machen das echt gut!

In der Schweiz versuchten wir auch schon zu landen, aber ihr seid ja so kompliziert. Zum Glück gibt es bei euch die Rechten, die rechtskonservativen Schwulen- und Lesbenhasser, Abtreibungsgegner und evangelikalen Bekehrungsbesessenen. Die Leugner der Klimaveränderung und die machtbesessenen neoliberalen Kapitalisten. Natürlich gibt es auch noch einige Linke, die uns anheuern, aber in der Schweiz eher in homöopathischer Menge.

Und nun will ich dir sagen, weshalb wir es so einfach haben: Die Furcht des Menschen vor dem Nichts ist die Erkenntnis des Menschen über seine absolute Belanglosigkeit. Diese Belanglosigkeit will er eliminieren. Er will zu einer Masse gehören, die gross ist und als Teil derer er sich, obwohl er dadurch ja eigentlich kleiner wird, grösser fühlen kann.

Menschen, die ihr Leben nicht kritisch reflektieren, neigen dazu, jeden Scheiss zu glauben, und Propaganda gehört hier dazu. Dabei ist es egal, ob jemand studiert hat oder im achten Jahr die Schule verliess.

Bald sind überall Wahlen und Abstimmungen. Haha! Wir lieben diese Zeit. Nichts ist so inspirierend, wie ganze Völker zu entzweien. Danke Wladimir! Danke Donald, danke Boris, danke Victor! Ah, stellt euch das doch vor. Keine einzige Nachricht mehr, von der man nicht weiss, ob sie nun stimmt oder nicht oder wie gefärbt sie ist oder nicht ist. Totale Unsicherheit überall! Grossartig. Und dann die überforderten Medien, die gar nicht mehr nachkommen, all die News zu überprüfen, und immer tiefer in den Sumpf der Billignachrichten absinken. Bild, Blick, Bunte, The Sun und wie sie alle heissen, lieben uns! Wirklich!

Nun ja, ich will zugeben, dass das auch einen Haken hat. Wenn alle News Fake News sind, dann kann man nicht mehr unterscheiden und erkennt gar nicht mehr unsere wirkliche Grösse. Das ist so wie bei dem Zeug, das Boris, Wladi, Donald oder Kim reden. Die Sätze, die mal nicht gelogen sind, gehen unter in einem Meer geistig verwirrter oder bösartig ausgearbeiteter Lügen und Halbwahrheiten.

Nun ja, ich will nicht klagen. Ich werde im nächsten Jahr hundertdreissig Jahre alt und ich bin guter Dinge, dass ich noch viele Jahre leben werde. Auch meine Kinder und Enkel werden euch noch lange begleiten. Aber keine Angst, wie immer werdet ihr davon gar nichts merken und euch erst, wenn es weh tut, verwundert fragen, was geschehen ist!

Der Ursprung der dunklen Materie

Der Weltraum, unendliche Weiten. Wirklich. Sehr unendlich. Fast so unendlich wie die Serie «Das Traumschiff». Fragt man sich, was denn hinter dem letzten der letzten der allerletzten Sternenkrümel kommt, die durch diese unendlichen Weiten treiben, dann fängt einem langsam das Hirn zu kochen an. Denn es wird schnell klar: Es geht noch weiter. Sollte das Universum nämlich doch nicht unendlich, sondern nur sehr gross sein, dann folgt daraus, dass es hinter der «Grenze» unseres Universums irgendwie weitergeht, und dahinter ebenfalls und so weiter. Echt ermüdend das. Hilft aber leider nicht beim Einschlafen.

Als ob das nicht genug wäre, ist das Universum auch noch unglaublich kompliziert. Vieles ist da, was wir nicht verstehen oder auch nur davon wissen. Schwarze Löcher, dunkle Energie, dunkle Materie oder die Schuhschränke unserer Frauen.

Bleiben wir beim Einfachen und nehmen uns die dunkle Materie und dunkle Energie vor.

Lassen wir es einfach. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die gemessene Materie  und Energie nicht mit den im Universum gemessenen Gravitationskräften und Expansionsdynamiken zusammenpasst. Was wir sehen, reicht nicht annähernd aus, um die beobachteten Bewegungen von Sternensystemen zu erklären. Bei Weitem nicht. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass heute gerade einmal 4,6 % der Materie im Universum sichtbar ist. Alles andere ist zwar da, aber nicht sichtbar. So wie bei dir oder mir, nur umgekehrt. Wir bestehen fast nur aus Leerraum mit ein paar Atomen dazwischen. Dass uns der Wind nicht zwischen den Atomen hindurchpfeift, liegt nur daran, dass Atome sehr klein und die Zwischenräume also entsprechend eng sind.

Was also ist diese dunkle Materie und dunkle Energie? Und gibt es noch mehr, von dem wir nicht wissen?

Die Abteilung Astrophysik und Phänomenologie des Kantonsmuseums Luzern hat sich der Frage angenommen und das Rätsel gelöst.

Bevor wir im Detail darauf eingehen, hier die Kurzform:

  1. Das Universum ist tatsächlich unendlich. Wir sind recht weit rausgegangen und sind erst umgekehrt, als wir zu einem Schild kamen, auf dem stand: «Hier beginnt die unendliche Outlet-Zone – kehren Sie um, wenn Sie schon genug Schuhe aus der letzten Saison haben!»
  2. Wir sind nicht alleine. Will heissen, dass dieses Universum nicht das einzige ist. Die Vorstellung allerdings, dass die Universen nebeneinander liegen, ist Unsinn. Sie liegen ineinander. Aberhunderte. Manche vergehen, andere entstehen, und genau das ist des Rätsels Lösung, denn:
  3. Es gibt keine dunkle Energie und auch keine dunkle Materie. Es gibt bloss die Beeinflussung unseres Raumes durch energetische Ereignisse in anderen Universen.

Auf Punkt eins wollen wir nicht weiter eingehen. Aber auf Punkt zwei und drei. Oh yeah!

Also stell dir eine grosse grüne Wiese vor, auf der ein kleines rotes Häuschen steht. Stell dir weiter vor, du hättest eine Brille, die dich ganz andere Dinge sehen liesse. Du würdest nun eine grosse grüne Wiese sehen, auf der auf derselben Stelle Dutzende kleine Häuschen stehen würden. Bungalows, Blockhütten, Chalets und Villen, Kugelhäuser und Erdlöcher, einige fahrrad- oder wurstförmige Hütten und Häuser. Einmal wird das eine etwas besser sichtbar, dann das andere. Das rote verschwindet in einem hellen Lichtblitz, und du siehst, wie da ein kleines grünes Etwas heranwächst, langsam Form annimmt, bis es zu einer niedlichen kleinen Datscha wird. Alle diese Häuser sind natürlich bewohnt, und keiner, aber auch wirklich keiner weiss, dass er nicht alleine ist. Nun, bis auf uns natürlich, denn wir haben das ja soeben entdeckt. Und dann gibt es noch …, nun ja, lassen wir das. Andere Geschichte.

Also: Unser Universum liegt mit anderen Universen an derselben Stelle im Raum. Das Interessante ist nun, dass Orte mit hoher Gravitation – wie Galaxien oder schwarze Löcher – Auswirkungen auf andere Universen haben.  Ebenso werden wir von ähnlichen Phänomenen in anderen Universen beeinflusst.

Ein Beispiel. Bring unter einem Karton beliebig viele Magnete an. Drehe den Karton um, sodass die Magnete unten liegen. Streue nun Metallspäne auf den Karton. Du wirst nun Ansammlungen von Metallspänen sehen. Orte, an denen sich Metallhaufen manifestieren. Genauso verlief das mit der Materie und Energie in unserem Universum, als es entstand. Orte, an denen in einem anderen Universum zum Beispiel eine Galaxie liegt oder ein schwarzes Loch, üben eine Gravitationskraft auf unseren Raum aus, und genau dort entstanden die ersten Galaxien.

Was nun die «fehlende» Materie im Universum oder die «fehlende» Energie betrifft, so fehlt diese nicht wirklich, sie ist einfach nicht in unserem Raum. Dass sich zum Rand des mit Materie gefüllten Raumes alles schneller bewegt als gedacht, liegt also daran, dass die Gravitation, die von den anderen Universen auf unsere Materie ausgeübt wird, selbstverständlich überall dieselbe Möglichkeit zu beeinflussen hat.

So, und genau so ist das. Über die sogenannte «Dunkle Information», eine Theorie, die von einem anderen gescheiten Kopf «in den Raum geworfen» wurde, berichten wir zu einem späteren Zeitpunkt.

Der Bagger im Schlafzimmer

In einer Nacht, nein, in jener Nacht, änderte sich alles. Ein Bagger stand in meinem Schlafzimmer, und er war nicht gekommen, nur einfach hübsch auszusehen.

Als das Bett erzitterte und sich das Rütteln und Schütteln, das das Haus erfasst hatte, auch auf mich übertrug, träumte ich, ich würde mit einem Mofa über eine Feldstrasse rattern. Die Sonne schien mir ins Genick und der frische Frühlingswind versprach eine angenehme Fahrt. Katzen flogen zusammen mit Kühen über die Felder, auf denen gelbgrüne Fischerboote ästen. Ich überlegte kurz, ob sie wirklich ästen oder ob das nicht doch eher fressen heissen müsste, doch da wurden das Rumpeln und der Krach so stark, dass ich erwachte und blinzelnd in zwei grell leuchtenden Scheinwerfer schaute, die mich derart blendeten, dass ich das Dahinter, den Verursacher all des infernalischen Lärms und des apokalyptischen Erzitterns nicht ausmachen konnte.

Schon dachte ich bei mir, dass dies wohl wieder einer jener Träume sei, in denen man dachte, aufzuwachen und in Wirklichkeit weiterträumte. Meine Hand suchte den Schalter meiner Nachttischlampe und machte sie an. Das schwache Licht kam kaum gegen die beiden Scheinwerfer an, doch ich konnte nun einen Bagger erahnen, der in meinem Schlafzimmer stand und angriffslustig vor und zurück fuhr. «Was für ein Scheiss», dachte ich , so was Blödes hatte ich ja schon lange nicht mehr geträumt. Ich schloss die Augen und versuchte aufzuwachen. Doch der Bagger begann nun ganz offensichtlich mein Schlafzimmer auseinanderzunehmen. Er erwischte auch einen Bettpfosten, sodass ich aus dem Bett fiel und hart in einem Haufen Schutt landete. Gleichzeitig hatte er scheinbar auch die Nachttischlampe verschrottet, denn ausser dem Licht der Scheinwerfer gab es kein Licht mehr. Mit einem lauten kratzenden Geräusch fing der Bagger nun an, den Parkett vom Boden zu schaben. Holzstücke flogen wie Granatsplitter durch die Luft und ich suchte hinter den Trümmern meines Bettes Schutz.

Der lange Vorhang vor den Fenstern wurde weggerissen und nun konnte ich im hereinfallenden Licht der Strassenlampen erkennen, dass gar niemand den Bagger steuerte.

Die Tatsache, dass ein unbesetzter Bagger mein Schlafzimmer zerstörte, verlieh meiner Theorie, dass das alles nur ein Traum sei, neue Stärke. Ebenfalls bestärkend kam die Tatsache hinzu, dass sich das Schlafzimmer im fünften Stock befand und dieser nur durch eine schmale Holztreppe zu erreichen war und die Strassenlaternen auch gar kein Licht ins Schlafzimmer werfen konnten.

Ich befand mich also in einem Traum.

Doch wie diesen beenden?

Es ist schwierig, mit einem Traum einfach aufzuhören, zumal sich dieser vehement dagegen sträubt.

Mir blieb also nur eines: abzuwarten, bis dieser schreckliche Alptraum sein Ende nahm.

Als ich endlich erwachte, lag ich in meinem Bett und schaute erleichtert in ein ganz und gar heiles Schlafzimmer und zum Fenster hinaus, in das die beiden Sonnen ihr fahl oranges Morgenlicht sandten.

Kunst und Geschichte in einem Haus. Der Löffelburg-Blog aus Beromünster.