Archiv der Kategorie: Gedicht

Oscomedentosaurus

Der Knochenfresser

Ein Knochenfresser regiert die Welt,

würzt die Leichen schön mit Geld.

Jud und Christ und Muselmanen,

keiner konnte solches ahnen.

Werden alle aufgefressen,

und sind morgen schon vergessen.

Auch die andern allen Glaubes,

sind Gedanken nur des Staubes.

Denn des Lebens grössten Wandel

Bringt nun mal der Waffenhandel!

© Simon Meyer, 2019

Nosce te Ipsum

Nosce te ipsum!

Die Knochen sind des Menschen Halt,
doch diese hier – sie liegen kalt.
Erwarten nicht das Himmelreich
sind einfach kalt und eine Leich.

Der Kreuzzug wars und der Dschihad
der all die Leut gemeuchelt hat.
Dann wars das Öl und dann das Geld,
so geht der Tod um in der Welt.

Am Ende bleibt der grosse Jammer.
Die Leichen in der Totenkammer.
Ach Friede, wärst doch weltenweit,
stets hier in alle Ewigkeit!

Der Mensch ist dumm, so viel ist klar.
Und dennoch ist er wunderbar.
Drum Mensch, egal wie tief du fällst,
denk immer dran: Erkenn dich selbst!

© Simon Meyer, 2019

Der Technograph

Unverzichtbar in Büro und Baustelle: ein Bleistift.

Ob für Handwerker oder Künstler, ohne geht es selten. Auf der Löffelburg gibt es viele Bleistifte. Überall liegen sie herum . Ausser dort, wo man sie braucht. Das ist so ihre Macke, ihr Ding. Seis drum. Bisher wurde noch jeder wiedergefunden, selbst solche, die gar nie verloren waren. Einer der besten, treuesten und mit Sicherheit ältesten ist der «Technograph 777» der Härte B. Und weil er so innig geliebt wird, hier eine Ode an ihn:

Ode an den Gelben Technographen

Es schreibt der gelbe Technograph

auf Holz und auch auf Eisen,

Strich um Strich, so schreibt er brav

zu Haus’ und auch auf Reisen.

Was hat man an ihm rumgekaut

Egal ob stumpf ob spitz,

an Skizzen hat er sich getraut

und manch obszönen Witz.

Es ist die Hälfte schon dahin

Es geht ihm wohl ans leben.

Doch noch vergeht ihm nicht der Sinn

Er will nach Kunst nun streben.

Skizzen macht er und Gedichte

manche hässlich, manche brav

Ist nun Teil von der Geschichte

der alte gelbe Technograph!

Pfeilgeschoss

 

Ein Pfeilgeschoss tat wie verlangt,

und schoss dahin von Kriegers Hand.

Es tat was es als Pfeil halt musst,

durchdrang geschwind des Feindes Brust.

 

Nun sollte niemand Pfeilchen schelten

Lasst doch dieses Schicksal gelten!

Tat ja nur wie ihm geheissen

Sollt es auf Befehle scheissen?

 

Pfeile sind von Hand gemacht

Wohl geschmiedet, gut durchdacht.

Ebenso des Kriegers Bogen

Liegt gar fest und ausgewogen.

 

Der Krieger selbst ist hol und dumm

Wie dem Pfeile fehlts ihm an Mumm

Er könnte auf Befehle scheissen

Könnte auch die Sehn zerreissen

 

Doch die Welt ist bös geschaffen

An den Bögen stehen Affen

Wir sind davon ein übler Teil

Und allzumancher wie ein Pfeil

 

©Simon Meyer, 2019

 

Die Pfeilspitze auf der Fotografie stammt aus einer Grube die hinter der Löffelburg angelegt wurde um Sockel für Stützbalken zu giessen.

 

Frauenschuh

In der Löffelburg fand sich manch Ding, das die Zeiten überdauerte. Manches länger, manches weniger lang. Eines davon ist dieser Frauenschuh, der bei den Umbauarbeiten am Dachstock zum Vorschein kam.

Vor Jahren verfasste ich ein Gedichtlein für meine Frau. Dieses alte Fundstück – ich meine das Gedichtlein, nicht die Frau – habe ich heute zufällig wiederentdeckt. Zwei Fundstücke also. Alsdann, des Löffelburgers Gedicht an den Frauenschuh:

 

Der Frauenschuh

Das Weib bedarf der Schuhe

Wie starker Mann des Schwerts

Denn ohne schönes Leder

Fühlt Frau sich zu nichts wert

¨

Ob Finken oder Schlarpen

Sie hat sie beide lieb

Für schöne Stiefeletten

Würd Frau sogar zum Dieb

¨

Sie liebt sie rot und hackig

Gesund und natural

So läuft sie streng und zackig

Und manchmal ganz normal

¨

Zum grünen Kleid ein grüner

Und blau zu blau, ist klar!

Und passt er noch zur Jahrzeit

Ist alles wunderbar

¨

Zum Schluss, das muss ich sagen,

Kommt die Moral dazu

Ein Mann hat’s nicht zu wagen

Zu kritteln ihren Schuh!

¨

Und sollte der Mann nicht sehen

Gemahlins neuen Schuh

Vergisst er was zu sagen

Vorbei ist dann die Ruh!

 

© Simon Meyer, 21.2.2001

Excalibur

Im Dunkel stand, aus tausend Flocken,
papiergefügter grosser Brocken.
Darinnen stak Excalibur,
die reine Kraft aus der Natur.

Herr Artus kam, nun SMY genannt
und schaut das Schwert, verzückt, gebannt.
So wiederholte sich nun die Geschicht,
und aus dem Dunkel fiel das Licht.

Zum zweiten Male zog der SMY
das Schwert hinaus und sank aufs Knie.
Ich schwör, ich werd ein König sein,
im Herzen gut, die Seele rein!

Und während noch das Volk frohlockte,
der SMY den Brocken ganz zerflockte.
Verteilt die Flocken ohn’ zu sparen
wo sie nun die Wärme wahren.

Und nun, ihr Menschen, höret zu:
Der SMY, er kommet nie zur Ruh –
In jede Eck und jede Fug
Dämmet er die Löffelburg!

 

©smy, 2018