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Hi, I’m Fake News

Guten Tag Mensch

Ich bin Fake-News. In letzter Zeit ist viel von mir die Rede, obwohl ich doch schon eine uralte Urururur-Grossmutter bin.

Geboren wurde ich 1890 in Cincinnati, doch mit Ausnahme der grossen Tage der beiden Weltkriege und des späteren Kalten Krieges hatte ich ein recht beschauliches Leben. Erst in den letzten Jahren, nachdem ich doch nun schon so alt bin, ging es dank dem Internet, Trump, Putin und Mark Zuckerberg so richtig los.

Glücklicherweise habe ich schon früh meinen Mann Propaganda kennengelernt. Mit ihm zusammen habe ich einen ganzen Stall voll wunderbarer Kinder zur Welt gebracht und aufgezogen. Das älteste, die politische Verleumdung, das wir nach meinem Grossvater benannt haben, hat selber ebenfalls eine grosse Familie gezeugt, und unsere Tochter Hetze – was soll ich sagen: Wir sind einfach stolz auf sie!

Nun möchtest du sicher wissen, was wir tagein, tagaus so treiben. Nun, das ist einfach. Wir versuchen dich zu manipulieren. Das machen wir noch nicht einmal besonders heimlich oder mit Zartgefühl. Nein ,nein, wir wissen ja, dass du wirklich abgestumpft und dumm bist, dazu noch zu faul, dich bei verschiedenen Quellen zu informieren und – und das ist das Beste – dass du ein Egomane bist, der, wenn er einmal eine Meinung gefasst hat, jeden und jede davon zu überzeugen versucht.

Unsere Auftraggeber sind meist die grossen Firmen und natürlich politische Parteien. Die haben aber meist nicht so viel Geld, weshalb sich immer wieder reiche Firmenbosse, Oligarchen finden, die das für die Politiker bezahlen. Manche heuern uns auch aus purem Hass auf andere an, und die machen das echt gut!

In der Schweiz versuchten wir auch schon zu landen, aber ihr seid ja so kompliziert. Zum Glück gibt es bei euch die Rechten, die rechtskonservativen Schwulen- und Lesbenhasser, Abtreibungsgegner und evangelikalen Bekehrungsbesessenen. Die Leugner der Klimaveränderung und die machtbesessenen neoliberalen Kapitalisten. Natürlich gibt es auch noch einige Linke, die uns anheuern, aber in der Schweiz eher in homöopathischer Menge.

Und nun will ich dir sagen, weshalb wir es so einfach haben: Die Furcht des Menschen vor dem Nichts ist die Erkenntnis des Menschen über seine absolute Belanglosigkeit. Diese Belanglosigkeit will er eliminieren. Er will zu einer Masse gehören, die gross ist und als Teil derer er sich, obwohl er dadurch ja eigentlich kleiner wird, grösser fühlen kann.

Menschen, die ihr Leben nicht kritisch reflektieren, neigen dazu, jeden Scheiss zu glauben, und Propaganda gehört hier dazu. Dabei ist es egal, ob jemand studiert hat oder im achten Jahr die Schule verliess.

Bald sind überall Wahlen und Abstimmungen. Haha! Wir lieben diese Zeit. Nichts ist so inspirierend, wie ganze Völker zu entzweien. Danke Wladimir! Danke Donald, danke Boris, danke Victor! Ah, stellt euch das doch vor. Keine einzige Nachricht mehr, von der man nicht weiss, ob sie nun stimmt oder nicht oder wie gefärbt sie ist oder nicht ist. Totale Unsicherheit überall! Grossartig. Und dann die überforderten Medien, die gar nicht mehr nachkommen, all die News zu überprüfen, und immer tiefer in den Sumpf der Billignachrichten absinken. Bild, Blick, Bunte, The Sun und wie sie alle heissen, lieben uns! Wirklich!

Nun ja, ich will zugeben, dass das auch einen Haken hat. Wenn alle News Fake News sind, dann kann man nicht mehr unterscheiden und erkennt gar nicht mehr unsere wirkliche Grösse. Das ist so wie bei dem Zeug, das Boris, Wladi, Donald oder Kim reden. Die Sätze, die mal nicht gelogen sind, gehen unter in einem Meer geistig verwirrter oder bösartig ausgearbeiteter Lügen und Halbwahrheiten.

Nun ja, ich will nicht klagen. Ich werde im nächsten Jahr hundertdreissig Jahre alt und ich bin guter Dinge, dass ich noch viele Jahre leben werde. Auch meine Kinder und Enkel werden euch noch lange begleiten. Aber keine Angst, wie immer werdet ihr davon gar nichts merken und euch erst, wenn es weh tut, verwundert fragen, was geschehen ist!

Der Ursprung der dunklen Materie

Der Weltraum, unendliche Weiten. Wirklich. Sehr unendlich. Fast so unendlich wie die Serie «Das Traumschiff». Fragt man sich, was denn hinter dem letzten der letzten der allerletzten Sternenkrümel kommt, die durch diese unendlichen Weiten treiben, dann fängt einem langsam das Hirn zu kochen an. Denn es wird schnell klar: Es geht noch weiter. Sollte das Universum nämlich doch nicht unendlich, sondern nur sehr gross sein, dann folgt daraus, dass es hinter der «Grenze» unseres Universums irgendwie weitergeht, und dahinter ebenfalls und so weiter. Echt ermüdend das. Hilft aber leider nicht beim Einschlafen.

Als ob das nicht genug wäre, ist das Universum auch noch unglaublich kompliziert. Vieles ist da, was wir nicht verstehen oder auch nur davon wissen. Schwarze Löcher, dunkle Energie, dunkle Materie oder die Schuhschränke unserer Frauen.

Bleiben wir beim Einfachen und nehmen uns die dunkle Materie und dunkle Energie vor.

Lassen wir es einfach. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die gemessene Materie  und Energie nicht mit den im Universum gemessenen Gravitationskräften und Expansionsdynamiken zusammenpasst. Was wir sehen, reicht nicht annähernd aus, um die beobachteten Bewegungen von Sternensystemen zu erklären. Bei Weitem nicht. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass heute gerade einmal 4,6 % der Materie im Universum sichtbar ist. Alles andere ist zwar da, aber nicht sichtbar. So wie bei dir oder mir, nur umgekehrt. Wir bestehen fast nur aus Leerraum mit ein paar Atomen dazwischen. Dass uns der Wind nicht zwischen den Atomen hindurchpfeift, liegt nur daran, dass Atome sehr klein und die Zwischenräume also entsprechend eng sind.

Was also ist diese dunkle Materie und dunkle Energie? Und gibt es noch mehr, von dem wir nicht wissen?

Die Abteilung Astrophysik und Phänomenologie des Kantonsmuseums Luzern hat sich der Frage angenommen und das Rätsel gelöst.

Bevor wir im Detail darauf eingehen, hier die Kurzform:

  1. Das Universum ist tatsächlich unendlich. Wir sind recht weit rausgegangen und sind erst umgekehrt, als wir zu einem Schild kamen, auf dem stand: «Hier beginnt die unendliche Outlet-Zone – kehren Sie um, wenn Sie schon genug Schuhe aus der letzten Saison haben!»
  2. Wir sind nicht alleine. Will heissen, dass dieses Universum nicht das einzige ist. Die Vorstellung allerdings, dass die Universen nebeneinander liegen, ist Unsinn. Sie liegen ineinander. Aberhunderte. Manche vergehen, andere entstehen, und genau das ist des Rätsels Lösung, denn:
  3. Es gibt keine dunkle Energie und auch keine dunkle Materie. Es gibt bloss die Beeinflussung unseres Raumes durch energetische Ereignisse in anderen Universen.

Auf Punkt eins wollen wir nicht weiter eingehen. Aber auf Punkt zwei und drei. Oh yeah!

Also stell dir eine grosse grüne Wiese vor, auf der ein kleines rotes Häuschen steht. Stell dir weiter vor, du hättest eine Brille, die dich ganz andere Dinge sehen liesse. Du würdest nun eine grosse grüne Wiese sehen, auf der auf derselben Stelle Dutzende kleine Häuschen stehen würden. Bungalows, Blockhütten, Chalets und Villen, Kugelhäuser und Erdlöcher, einige fahrrad- oder wurstförmige Hütten und Häuser. Einmal wird das eine etwas besser sichtbar, dann das andere. Das rote verschwindet in einem hellen Lichtblitz, und du siehst, wie da ein kleines grünes Etwas heranwächst, langsam Form annimmt, bis es zu einer niedlichen kleinen Datscha wird. Alle diese Häuser sind natürlich bewohnt, und keiner, aber auch wirklich keiner weiss, dass er nicht alleine ist. Nun, bis auf uns natürlich, denn wir haben das ja soeben entdeckt. Und dann gibt es noch …, nun ja, lassen wir das. Andere Geschichte.

Also: Unser Universum liegt mit anderen Universen an derselben Stelle im Raum. Das Interessante ist nun, dass Orte mit hoher Gravitation – wie Galaxien oder schwarze Löcher – Auswirkungen auf andere Universen haben.  Ebenso werden wir von ähnlichen Phänomenen in anderen Universen beeinflusst.

Ein Beispiel. Bring unter einem Karton beliebig viele Magnete an. Drehe den Karton um, sodass die Magnete unten liegen. Streue nun Metallspäne auf den Karton. Du wirst nun Ansammlungen von Metallspänen sehen. Orte, an denen sich Metallhaufen manifestieren. Genauso verlief das mit der Materie und Energie in unserem Universum, als es entstand. Orte, an denen in einem anderen Universum zum Beispiel eine Galaxie liegt oder ein schwarzes Loch, üben eine Gravitationskraft auf unseren Raum aus, und genau dort entstanden die ersten Galaxien.

Was nun die «fehlende» Materie im Universum oder die «fehlende» Energie betrifft, so fehlt diese nicht wirklich, sie ist einfach nicht in unserem Raum. Dass sich zum Rand des mit Materie gefüllten Raumes alles schneller bewegt als gedacht, liegt also daran, dass die Gravitation, die von den anderen Universen auf unsere Materie ausgeübt wird, selbstverständlich überall dieselbe Möglichkeit zu beeinflussen hat.

So, und genau so ist das. Über die sogenannte «Dunkle Information», eine Theorie, die von einem anderen gescheiten Kopf «in den Raum geworfen» wurde, berichten wir zu einem späteren Zeitpunkt.

Die Macht der Dummheit

Wenn die Grossverteiler uns bereits im September mit Clementinen aus Südafrika, im Dezember mit Erdbeeren aus Chile, und gleich nach Schmutzig-Donnerstag mit Schoggi-Osterhasen versorgen möchten, dann ist die Macht der Dummheit am Werk. Auf sie ist Verlass. Angetrieben von Gier und der Unfähigkeit oder dem Unwillen zur Reflektion wird in die Regale gestellt, was sich verkaufen lässt. Und aus dem selben Grund gibt es immer wieder Menschen, die diese Angebote annehmen und kaufen; unreflektiert, egoistisch, und ja, nicht selten dumm wie ein trockenes Mutschli.

Wäre es nicht langsam an der Zeit, dass sich diejenigen, die über die Fähigkeit der Reflektion verfügen, die vielleicht gar den Zusammenhang zwischen Clementinen aus Südafrika im September und der fehlenden Lehrstelle für ihre Tochter oder ihren Sohn verstehen, dass sich also Menschen, die nicht einfach kaufen, was ihnen die Schacherer von Coop, Migros, Aldi und Lidl vorsetzen und die deren unablässigen Beteuerungen, sie würden diese Produkte nur verkaufen, weil «der Kunde das wünscht» nicht Glauben schenken, dass sich also die Kundin und der Kunde mit wehren und den Filialleitern die Clementinen und Erdbeeren, die Februarspargeln aus China und den ganzen Rest um die Ohren hauen? Ich will hier nicht zu Gewalt aufrufen, aber doch immerhin dazu, dass sich jede und jeder, der sich aufregt, nicht nur aufregt, sondern den Filialleiter (oder die Filialleiterin) zu sich ruft und ihm/ihr die entsprechende Meinung geigt.

Denn eines ist sicher: Wenn sich Geld mit Dummheit machen lässt, dann braucht es Verstand, dem Einhalt zu gebieten.

DEUS

Gerade fotografierte ich die Schnipsel eines Liedtextes. Sie waren an den Stössen von Wandbrettern angeleimt, damit da kein Wind durchpfeift.

Da seh ich auf einem Blatt «Deus» stehen und denke, dass die Christen das ja recht entspannt sehen mit den Huldigungen ihres Gottes. Wehe, einer mag ihn nicht so huldigen, wie es der Papst oder Luther vorgegeben haben. Rübe weg! Verbrennt ihn! Aber die Huldigung selber darf man offensichtlich zum Isolieren nehmen.

Ich finde das doch recht eigenartig, denn wenn ich denke, dass die Christen ja glauben, dass ihr Gott alles sieht und hört, dann käme ich mir doch irgendwie etwas seltsam vor, wenn ich so eine Huldigung zerreissen und über irgendeine Ritze kleben würde.

Ob das Juden oder Muslime ähnlich sehen wie die Christen, weiss ich ja nicht, aber da sie dasselbe befremdliche Glaubenssystem haben, dürfte das ja wohl der Fall sein.

Das Konzept des Glaubens ist mir völlig fremd. Ich habe es nie verstanden, und je älter ich werde, desto seltsamer mutet es an. Entweder man weiss etwas, oder man weiss es nicht. Wenn man es weiss, braucht man es nicht «Glauben» zu nennen, und schon gar nicht «Glaubenssystem». Wenn man es nicht weiss, ist es dasselbe. Wenn ich nicht weiss, was hinter einem Hügel liegt, dann nützt es mir nichts, wenn ich glaube, dass dort die nächste Tankstelle liegt, und, wenn ich dann festgestellt habe, dass es nur eine Kuhweide ist und ich kein Benzin mehr habe, mir dann umständliche Glaubenssätze und Dogmen zurechtwurstle, um diese missliche Situation zu erklären.

Nun, meinetwegen kann jede und jeder glauben, was sie oder er will. Immerhin gibt es auch Leute, die glauben, dass Elvis noch lebt. Dass man sich aber deswegen bis auf den heutigen Tag den Kopf einschlägt …

Also, ich werde den Schnipsel nun in ein Tütchen legen, es anschreiben in eine Schublade legen. In die Fund-Liste werde ich eintragen: «Notenblatt-Schnipsel einer Huldigung desjenigen, den die Christen Deus nennen.»

Löffelburgers Ode an seinen Lieblingssaft

Was ist’s, was ewgen Bösen Schergen heischen

Knurrend, grunzend, gellend Kreischen?

Nicht die Macht ist’s, nicht dein Blut,

nicht deine Seel will diese Brut.

Sie will nur diesen malzig Saft,

531, denn der gibt Kraft!

 

Verzweiflung herreschet alleweil

beim Seelenraub und unterm Beil.

Bei jeder noch so schändlich Tat

hat jeder dort sein Bier parat.

Doch über sie herrsch böser Harm

Drum bleibt das Bier für immer warm!

 

So ist es stets im Höllentief

In blutig, sumpfig, schrecklich Mief,

Doch hier auf heilig Münster Boden

Kann man dies Säftlein herzlich loben.

Denn ewig kühl bleibt mir das Bier

Im Schrank wo ich es kühl und frier!

 

©smy2019

Wieso wir nichts vom fünfzigjährigen Krieg wissen

Der fünfzigjährige Krieg und wieso Sie nicht wissen, was das war.

Als ich eines Tages in der Nähe von Basel unterwegs war, verlor ich mein Smartphone.

So was geschieht. Täglich. Nicht in Basel, aber sonst wo auf der Welt. Apfels Reichtum gründet zu einem Drittel auf verlorenen Smartphones.

Es passiert also, doch nicht wie bei mir. Denn ich habe gegen ein Gesetz verstossen.

§ 4 des Gesetzes für temporale Reisen: «§ 4.18: Zeitreisenden ist es bei Strafe untersagt, Gegenstände aus ihrer Zeit in eine andere Zeit mitzuführen. Die Strafe kann je nach Schwere des Vergehens zwischen zehn Peitschenhieben und einer definitiven Terminierung liegen.

§ 4.19: Den Mitgliedern der VTM (Vereinigte Temporale Kommission) wird das Mitnehmen von Kleidungsstücken oder Taschen gestattet, wenn sie aus der Ziel-Zeit stammen und die Zustimmung des Ausschuss für temporale Reisen haben.»

Als ich nach 1653 reiste, um den Beginn des fünfzigjährigen Krieges zu untersuchen, ist mir aus Versehen mein Smartphone in den Rucksack gekommen. Normalerweise kontrolliere ich alles dreimal, doch dieses Mal, das muss ich zugeben, habe ich geschludert. Als ich dann zwischen Basel und Mülhausen unterwegs war, wurde ich von einem Sprengel marodierender Soldaten verfolgt, die wohl hofften, dass bei mir etwas zu holen sei.

Ich lief so schnell ich konnte, und irgendwann stolperte ich über einen halbverrotteten Wagen, der am Wegesrand lag. Die Soldaten kamen näher und obwohl ich spürte, dass es mir den Rucksack von der Schulter gerissen hatte, rannte ich weiter. Das war mein Glück, denn letztlich hatten die Soldaten nur den Rucksack im Auge gehabt.

Als ich wieder in der Zentrale war und den Verlust des Smartphones meldete, wurde ich natürlich sofort suspendiert und unter Arrest gestellt. Ein Blick auf unsere Geschichtsbücher zeigte sofort, dass sie sich drastisch verändert hatte. Der fünfzigjährige Krieg hatte nie stattgefunden. Die Kommission berief eine Untersuchung ein.

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Ergebnisse der Untersuchung gegen Smy anhand der ausgewerteten Handydaten, historischen Aufzeichnungen usw. durch die forensische Abteilung der VTM.

Nach Abschluss aller Untersuchungen kann heute Folgendes festgehalten werden: Auslöser für den fünfzigjährigen Krieg hätte die Vergewaltigung der Bürgermeistertochter Helene Matzbach und die Ermordung selbiger und der gesamten Familie sowie die Plünderung des Ortes Bartenheim am 6. September 1651 durch den Hauptmann Johannes Schwarz und seine Truppe sein sollen. Diese Ereignisse haben jedoch nicht stattgefunden.

Am 2. September 1651 besuchte Agent Smy die Region und verlor bei einer Verfolgungsjagd durch eben diese Truppe marodierender Söldner unter der Führung des Johannes Schwarz seinen Rucksack, in welchem sich illegalerweise, jedoch – wie die Untersuchung ergab – unbeabsichtigt ein iPhone X befand. Das iPhone hatte zu diesem Zeitpunkt einen Akkuladestand von 38 %. Am später von Agent Kal sichergestellten Gerät konnten verschiedene Manipulationen durch Unbefugte festgestellt werden. Es wurde letztlich durch Agent Kal in den Händen einer dubiosen Figur namens Jaques de Nostredame gefunden (siehe Foto). Dieser sass nachts in seinem Turm und war mit dem Gerät beschäftigt.

Was das Ausbleiben des Krieges angeht, so stellte sich heraus, dass Johannes Schwarz nach dem Raub eines Rucksacks (wohl der des Agenten Smy) über einen Schulterriemen stolperte und unglücklich in «die Lanz des Wolfbert Hagen gestürzet sey». Er verblutete noch vor Ort. Seine Soldaten, nun führerlos, machten sich auf den Weg nach Strassburg (anstatt nach Mülhausen), wurden jedoch wenig später aufgegriffen und in Gewahrsam genommen. Auf diesem Weg sei auch der Inhalt des Rucksacks zum Magistraten und später zu diesem Jacques de Nostredame gekommen.

Demnach hat die fahrlässige Mitnahme des Smartphones keinen Einfluss auf das Zeitgeschehen und ist demzufolge nicht strafrechtlich zu ahnden.

Abschliessender Beschluss:

Es wird angeordnet, dass das Gepäck vor Reisen durch Fachpersonal der Kommission geprüft wird.

Dem Agenten Smy sind zur Strafe für die Fahrlässigkeit drei Monatslöhne abzuziehen.

Dieser Jacques de Nostredame, der möglicherweise der Sohn des Michel de Nostredame (genannt Nostredamus) war, ist weiterhin unter strenger Beobachtung zu halten.

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Nun, ich habe aus dieser Geschichte etwas gelernt. Und ich hoffe auch, dass da draussen noch der eine oder andere Rucksackriemen zwischen die Beine von Kriegstreibern kommt. Denn ich selber darf ja nicht nachhelfen …