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Zum selbst zugefügten Schmerz im Handwerk

Der Schmerz ist gross, das Fluchen laut, wenn man auf den Daumen haut.

 

Die Unfähigkeit auch versierter Handwerkerinnen und Handwerker ohne Verletzung des Eigenen Körpers zu arbeiten zeigt sich, abgesehen von der SUVA-Vorschrift einen Erste Hilfe Kasten immer griffbereit zu haben, an den unzähligen Pflastern und Verbänden die man an den Händen von Handwerkerinnen und Handwerkern weltweit sieht.

Dies bringt mich zu der Frage, wieso es der menschliche Körper nicht schaffen konnte, sich in den letzten eineinhalb Millionen Jahren evolutionär an die Herausforderung die das Leben an den Körper stellte, anzupassen.

Die Feinmotorik die es früheren Menschen erlaubte aus einem Feuerstein eine hauchfeine klinge zu schlagen, oder mit einem Minimum an Werkzeugen die wundervollsten Dinge zu schaffen hätte sich doch , verdammt noch mal, weiterentwickeln können!

Statt dessen Haut man sich auch heute noch mit dem Hammer auf die Finger.

Meiner Ansicht nach wiederlegt das auch alle Theorien zu einem göttlichen Design. Wäre dem so, nun ja, ich würde den Pfuscher verklagen!

Eine andere Möglichkeit wäre natürlich der Selbsthass. Vielleicht bricht der ab und aus diesem ominösen Unterbewusstsein, von dem die Psychologen nicht müde werden zu reden, durch und zwingt uns selber weh zu tun? Als Strafe weil wir in der Schule nicht besser aufgepasst haben, oder weil wir beim Einkaufen den Hintern der Frau vor uns an der Kasse angestarrt haben? Oder ganz einfach weil es irgendeinen Zwist zwischen der einen Hand und der anderen gibt? Neid oder gar Hass, weil die eine etwas tun kann/darf was die andere nicht darf/kann?

Wir wissen es nicht und das ist ärgerlich. Da werden Millionen für die Forschung an sexuell funktionsfähigen Penissen ausgegeben, aber ich habe keine einzige Studie gefunden die das Zufügen von Schmerzen beim Verlegen von Parkett oder dem Zuschneiden von Abdeckblechen durch die eigene Hand behandelt.

So kann das doch nicht weitergehen, verdammt!

 

Foto: Doppelbelichtung Hand und Holz, 2015

Trappist 1

Trappist-1
Gerade einmal vierzig Lichtjahre von der Erde entfernt leuchtet der kleine rote Zwerg Trappist-1, der von sieben kleine Planeten umkreist wird.

Der siebente, ist der einzige auf dem man es sich einigermassen gemütlich machen kann. Seine BewohnerInnen nennen ihn liebevoll C∆ºª@}{|[] – ≠ ∆ºΩ }{©°°†ªƒ °ƒ©ƒƒ ¡°Ω}≠¿§ °ozut.[ kiuz |{{ oiuz €i®p®ø†iz0098 ], und das kann ich gut nachvollziehen, denn er ist zwar recht abstrus aber herrlich anzusehen.
Die Vegetation, die eigentlich keine Vegetation im herkömmlichen Sinne ist sondern eher wie unsere Eukaryoten, also weder zur Tier noch zur Pflanzenwelt gehörend, und damit etwa den terrestrischen Pilzen ähnlich, ist gigantisch.
Da der Planet gerade einmal 0.62Erdmassen hat ist entsprechend auch die Gravitation niedriger und dafür alles gross. Manche der «Bäume» sind an die hundertdreissig Meter hoch, und selbst die kleinsten überragen mich um ein Vielfaches.
Das ganz besondere aber an diesem Planeten ist nicht nur das Licht, die kleine rote Sonne und die sechs Begleiter von denen mindestens zwei immer wie ein Mond am Himmel zu sehen sind, sondern das Leben auf diesem Planeten. Denn es ist intelligent. Alles. Mit Ausnahme einiger einzelligen Lebensformen und Bakterien ist da alles am Denken und Plappern.

 

Landung auf T8
Der Bordcomputer weckte mich um halb vier Uhr morgens mit einem freundlichen «Aufstehen Liebling, dein Planetensystem ist da!»
Müde öffnete ich die Augen und verfluchte mich, dass ich den blöden Computer immer noch auf Werkeinstellung hatte.
«Flieg uns in einen Orbit um T8 und lass mich schlafen» motzte ich den unschuldigen Rechner an, drehte mich um und schlief weiter.
Mit einem Kaffee in der Hand sass ich im Achterdeck vor dem Aussichtsfenster und schaute zu diesem farbigen Etwas hinüber. Der Planet sah aus wie ein LSD-Trip. Die Atmosphäre war rosa und darunter flagellierten die unglaublichsten Farben meine Augen.
Ich suchte auf der Oberfläche nach etwas was wie eine Zivilisation aussah, konnte aber nichts sehen. War eh nur ein dummer Versuch, denn das absolut primitive Dasein das die Menschen der westlichen Welt «Zivilisation» nennen, konnte sich auf kaum einem, von intelligentem Leben bewohnten Planeten durchsetzen.
Abgesehen davon, dass die meisten so etwas gar nicht brauchten oder wünschten, hat sich in meistens gezeigt, dass es auf Dauer nicht Zielführend ist.

Um 0900 setzte ich auf einer Art Lichtung zur Landung an, prüfte noch einmal meinen Skaphander und öffnete die Aussenluke.
Sofort übermittelte mir der Kopfhörer die Geräusche von Draussen. Ein zwitschern und Flüstern und Raunen das den ganzen Planeten einzudecken schien.

Wie es meine Art war rief ich ein lautes «Ich grüsse euch!» und wartete darauf ob ich Antwort bekam oder nicht.

 

Kontakt
Der Erstkontakt war unerwartet heftig, schmerzvoll und verwirrend.
Nebst dem Effekt, dass das Zwitschern, Summen und Raunen um den Faktor hundert lauter wurde, schien man mich auch telepathisch zu begrüssen oder abzuchecken. Genau konnte ich das nicht sagen, da ich kein Wort verstand, beziehungsweise die Vorgänge in meinem Hirn nicht mehr steuern konnte. Ich verabschiedete mich mit einem gestöhnten «Shit!» in eine Sendepause.

Als ich erwachte war es still in meinem Kopf, und auch draussen schien man sich beruhigt zu haben.
«Wir grüssen dich!» raunte eine Stimme in meinem Kopf.
Na also – Erstkontakt!

Der Philosophische Planet
Wie sich in meinen Gesprächen auf diesem Planeten herausstellte, gab es fast nur ein Thema. Philosophie. Ich erfuhr, dass man Gesprächsstoff wie Wetter, Essen, Technik, Physik oder Geschichte früher durchaus schätzte, und selbst gänzlich unwichtigen Themen wie Mode, Glaube oder Beziehungskram früher nicht abgeneigt war, diesen im Laufe der Äonen ihres Bestehens jedoch als ebendies, nämlich unwichtig, erkannte und einfach sein liess.
Das sich diese Lebensform nicht körperlich fortpflanzte war das Thema Beziehungskram das erste was wegfiel. Die Mode auf dem Fusse. Glaube und Religion hatten vor einigen hunderttausend Jahren ein kurzes Erblühen, doch das Thema zeigte sich als wenig ergiebig, denn man befand, dass es wenig logisch sei etwas zu glauben. Wo sollte das hinführen?

Die Naturwissenschaften machten für diese Lebewesen ebenfalls wenig Sinn. Zwar wurde allerlei erörtert und auch experimentiert, doch es brachte sie nicht wirklich weiter.
Die Philosophie war letztlich das einzige was ihnen Spass machte. Wenn eine Lebewesen sich weder bewegen noch mit Händen tätig werden kann, ganz auf das was das Gehirn ermöglicht beschränkt ist, dann ist die Philosophie, so ergebnislos sie letztlich ist, eine gute Wahl zum Zeitvertreib.
Jedenfalls für einige tausend Jahre. Aber dann? Die T8ler waren ausgehungert. Sie hatten sich im Kreis gedreht. Von einem «Ich denke also bin ich», «Ach wirklich, was denkst du denn?» «Das geht dich gar nichts an», «Dann lass es doch bleiben», «Die Frage ist nicht ob man denkt sondern wie man zu denken beginnt und welche Formen des Denkens, welche Rahmenbedingungen, welche Konstrukte man dem Denken auferlegt.» «Ach hör doch auf mit dem Mist. Denken ist unwichtig, die Gedanken sollen sich selber überlassen, uns zu höherem führen.» «Das nennst du Philosophie?» «Besser als dein ich denke also bin ich.» zu einem «Es ist zu bedenken, dass alles was wir sehen nur deshalb gesehen wird, weil wir die geistige Fähigkeit haben es als das zu erkennen was es ist.» «Und was ist es?» «Das weiss ich doch nicht, das was wir sehen eben. Du kannst einen Stein nur als Stein erkennen, wenn du weisst was ein Stein ist.» «Dann muss ich aber erst wissen ob ich etwas überhaupt erkenne, und ob ich dem Glauben schenken kann.» «Mach doch nicht immer alles so kompliziert.» «Ach jetzt mache ich kompliziert? Damit du erkennen kannst dass ich kompliziert bin musst du selber kompliziert sein! Ha da hast du mal!»

Kurz gesagt, es wurde ihnen irgendwann einmal fad und als ich dort ankam waren sie derart ausgehungert, dass sie mich nach philosophischen Konzepten löcherten.

Da ich jedoch kein Philosoph bin und mich in der Thematik auch nicht auskenne, blieb mir nichts anderes übrig als von meinem Bordcomputer die ganze Datenbank nach Philosophischen werken durchforsten zu lassen. Dann spielte ich das Ganze auf ein tragbares Gerät, stellte dieses auf die Lichtung und stellte auf Endlosschleife.
«Ihr habt genügend Zeit. Lasst es einfach laufen. Ihr findet darin alles von der Antiken griechischen Philosophie über die Chinesische Philosophie die jüdische, christliche und islamische Philosophie, den Strukturismus, den Konstruktivismus und den Existentialismus, den Kantianismus und die Kohärenztheorien. Natürlich die marxistische Philosophie und den Pragmatismus, den Positivismus, den Nihilismus und die Scholastik. Kurz, ihr findet darin jeden Unsinn der je durch eines irdischen Philosophen gesickert ist.»

Andere Möglichkeiten
«Du scheinst keine allzu grosse Meinung von der Philosophie zu haben.» meinte ein Stängel links von mir.
«Ach je, sie scheint mir halt, im Gegensatz zu echter Arbeit, nicht viel zu bringen. Natürlich verstehe ich weshalb ihr euch damit beschäftigt, immerhin fehlt euch der Daumen um einen Hammer zu halten, aber wo wird euch das letztlich hinführen? Muss dann nicht in letztendlicher Konsequenz der Gedanke «Ich höre auf zu denken, dann kann ich sein» stehen? Und was dann? Wie soll dieses sein aussehen? Also ich würde mich lieber auf die Dichtkunst oder Literatur verlegen. Dann könntet ihr euch wenigstens gegenseitig mit immer neuen Aufsätzen und Gedichten unterhalten.»
«Was sind Gedichte?» Fragte ein wie ein übergrosser Lattich Aussehender.
«Ich geb euch einige Beispiele
Impro zu jetzt, ein Limerick:
Auf diesem Planeten es standen
Philosophen die rührend gestanden
Wir kommen nicht weiter
Es ist nicht mehr heiter
Wir möchten bei besserem landen

Ein Haiku
fliegendes Raumschiff
Der weite Raum dahinter
Vergessene Zeit

Fallendes Pantone 7476
Herabfallendes Pantone 7476.
Wohin? Wohin?
Flieht ihr Narren, flieht!
Das Pantone fällt. Und fällt.
Drohend über den Köpfen.
Aus den Trauben der Fliehenden
lösen sich Einzelne,
knien und beten.
Dummköpfe!
Das Pantone fliegt und fällt und fällt
und Krach!
Den Dummköpfen auf den Kopf.
Da liegen sie im Gras und darauf
das Pantone 7476.
Ganz relaxt liegt es und schnurrt.
Dann hüpft es den Fliehenden hinterher.

Endlos
Ich liege und träume
eine Welt ohne Säume
Endlose Räume
kein Unten kein Oben
kein Himmel kein Boden
Alles verwoben

Das Auge
Über das Auge hinaus
sah ich die vierzehn Elefanten
fliegend!
Doch keiner zum Anbeissen
keiner zum Tanzen
nur der Schwippschwager
des Mannes mit dem Besen
der wollte trinken.
Was sollte ich tun?
Weiter sehen. Weiter sehen!

Doch dort war ausser Gehölz
und dem Echo eines Zuges
Nichts.
Tassen vielleicht und Scherben.
Ja Scherben.
Und eine Klarinette.

Weiter trieb der Blick.
Schwappte mit den Träumen hinüber.
Dort sah ich, es ist wahr,
Goldene Lampions und
Stühle aus Marzipan.
Und die vierzehn Elefanten
blickten mich an
und lächelten.

Alte Maschine
Alte gebrauchte, noch immer nützliche
Farbe abblätternde und Schlick anhäufende
grünblau graugraue
verschlauchte, Schrauben zerstörende
Lappen und Lumpen fressende Maschine!
Arbeitende, mit Arbeiter arbeitende,
Arbeiter bearbeitende;
Zeit schenkende und
in Anspruch nehmende Maschine!
Ich sehe dich, und habe keine Ahnung,
was zur Hölle du eigentlich machst!

Das sind Gedichte. Natürlich haben wir auch noch Klassiker von Früher. Schiller Göthe und so weiter.
Aber die hab ich grad nicht zur Hand. Auch seht ihr, dass die Gedichte sich mit Dingen der Menschen und ihrer Umwelt befassen. Ihr könnt es Inhaltlich wohl nicht verstehen.
Aber he, ihr könnt Gedichte über eure eigene Welt und über euch selber erfinden.»
«Nun ich weiss nicht, diese Gedichte und das alles, wozu soll das nützlich sein?»
«Tja wisst ihr, man drückt damit komplizierte Dinge einfach aus. Oder umgekehrt.»
So gingen unsere Gespräche hin und her und so einigten wir uns darauf, dass ich ihnen aus der Datenbank auch noch alle Poesie und Literatur auf das Gerät lud. Nun kamen abwechslungsweise Philosophische Traktate mit Gedichten und Romane.
Ich war mir, als ich abflog, nicht sicher ob ich das Richtige getan hatte. Immerhin habe ich mir einmal aufgetragen mich nie einzumischen. Andererseits habe ich diese Auflage noch nie eingehalten und mich immer eingemischt. Oft habe ich dabei alles falsch gemacht, aber das ist einfach das Risiko der Raumfahrt und meines abenteuerfreudigen Charakters der mutig vorwärts stürmt wo Engel furchtsam weichen. Dies meist ohne Sinn und verstand aber mit einem gehörigen Mass Spass. Zudem übte ich schon immer Kritik an der reinen Vernunft.
Euch Leserinnen und Leser kann ich aber beruhigen, denn ich bin vor kurzer Zeit wieder dort in der Gegend gewesen, habe einige ihrer Gedichte auf Alpha Centauri vertickt und damit einen Höllen-Boom ausgelöst. Die philosophischen Gedichte der T8ler sind der Hype. Schade dass die Moneten von Alpha Centauri hier auf der Erde absolut nichts wert sind. Ich wär sonst verdammtnochmal reicher Gott!

©Smy, 2019

Von oben betrachtet

Ab und zu brauch ich etwas meine Ruhe. Gestern stieg ich also in mein Raumschiff, und parkte damit im Orbit über dem Atlantik. Unter mir nichts als Blau und Weiss. Wunderbar.

Damit ich richtig entspannen konnte, sog ich meinen Skaphander an, und hängte mich an einer Sicherheitsleine an die Aussenhülle. Liess mich einfach in der Schwerelosigkeit treiben und genoss die Aussicht. Der Bordcomputer packte mir etwas Pink Floyd aufs Intercom («Cracy Diamond», «Dark Site of the Moon») und so sinierte ich etwas über die Welt nach.

Ist man da draussen, das wird jede Astronautin und jeder Astronaut bestätigen, sieht man die Welt anders. Sie ist ein kleiner blauer Ball im Nichts.

Dessen ungeachtet versuchen gerade wieder einmal ein paar Hornochsen, Diktatoren, geistig minderbemittelte Faschisten (und -sozialisten), Wirtschafts- und Religions-Terroristen und anderes Volk die Macht an sich zu reissen und diesen blauen Planeten und alles was darauf ist, nach Lust und Laune zu knechten, auszubeuten, und umzubringen.

Butrofghjiksztropll

Das erinnert mich an einen Planeten den ich einmal besucht habe. Es war ein recht kleiner Planet und das Volk das ihn bewohnte hatte es satt sich länger von machtbesessenen Irren an der Nase herumführen zu lassen (was bei deren Nasen eine umso grössere Unverzeihlichkeit war).

So gab es irgendeinmal eine Revolte und der Diktator wurde gestürzt. Man richtete eine Art Demokratie ein. Nach den Jahrtausenden der Unterdrückung waren sie sich sowas aber noch nicht gewohnt und so misstrauten sie selbst den von ihnen selber gewählten Vertreterinnen und Vertretern. Da kam einer auf die findige Idee, dass man den PolitikerInnen ein Halsband anziehen könnte, das mit einer sehr leistungsstarken Batterie ausgestattet war. Würde eine oder einer von denen dann seine Macht missbrauchen, könnte man darüber abstimmen ob das Halsband aktiviert und seine Trägerin oder seinen Träger ins Jenseits schicken würde.

 

Ich habe mir das angesehen, aber nachdem das Volk in einer Sonnenrunde (ca. 484 Erdentage) an die zweihundert VolksvertreterInnen terminiert hatten, schritt ich ein.

Demokratie

«Liebes Volk von Butrofghjiksztropll. So könnt ihr nicht weitermachen. Kaum macht einer etwas was euch nicht gefällt bringt ihr in um. Wie lange könnte das gut gehen? Es ist nicht meine Absicht mich in eure Angelegenheiten einzumischen, aber seid ihr mit eurem system wirklich zufrieden?»

Das Volk studierte einige Zeit und kam dann zum Schluss dass es nicht zufrieden war und manche schämten sich sogar etwas, weil sie sich haben überreden lassen zu terminieren.

«Was schlägst du denn vor Smy, du hast ja viele Welten besucht, was wäre die bessere Lösung?»

«Wo ich herkomme haben wir eine direkte Demokratie in der alle erwachsenen Bürgerinnen und Bürger unseres Landes abstimmen und wählen können. Das ist nicht immer die beste Regierungsart, aber es ist eine gute. Wie aber auch immer ihr das gestaltet, wenn ihr den Vertreterinnen und Vertretern keine Zeit lasst ihre Ideen umzusetzen, dann wird das nie etwas.

Wenn ihr wählt und abstimmt, dann muss euch bewusst sein, dass es damit noch nicht gemacht ist. Ihr braucht Parteien mit verschiedenen Ansichten, damit Lösungen erarbeitet werden müssen, die ein Kompromiss aus der schlechtesten und der besten Lösung sind.»

«Und wieso sollen wir nicht die beste Lösung wollen?»

«Weil es keine beste Lösung für ein Volk gibt. Ihr alle habt eure Meinung, und nur wenn ihr euch auf Kompromisse einigen könnt, werden alle mehr oder weniger gleich unglücklich und mehr oder weniger gleich glücklich sein.»

«Das scheint und sehr kompliziert und unbefriedigend!» rief da das Volk.

«Das ist es verdammt nochmal auch, und genau so soll es sein. Wäre es einfach, wäre es kein Kompromiss und die eine oder andere Hälfte würde sich irgendeinmal gegen die andere erheben.»

Die Butrofghjiksztroplli studierten auch über das eine lange Zeit nach und entschieden sich dann letztlich es zu probieren. Ein neues System wurde eingeführt und Walen und Abstimmungen abgehalten. Schiedsgerichte und Vermittlungs-Leute eingesetzt um Streitereien nicht ausufern zu lassen.

Voller Freude die gute alte schweizerische Demokratie für einen guten Zweck exportiert zu haben verabschiedete ich mich.

Das Ende

Einige Jahre später kam ich wieder an Butrofghjiksztropll vorbei und landete dort um zu sehen wie es dem Planeten inzwischen ging.

Zu meinem Bedauern musste ich feststellen, dass sie sich alle gegenseitig umgebracht hatten.

Ich konnte nicht herausfinden weshalb die Demokratie bei ihnen nicht funktioniert hatte aber aus dem was ich in den Ruinen in Zeitungen las, konnte ich erahnen, dass die jahrtausendealten Routinen einfach nicht so schnell überwunden werden konnten. Das Misstrauen, die Machtbesessenheit, der Egoismus der Einzelnen, all das sass so tief, dass das demokratische System scheiterte und die Prozesse des Zerfalls sogar beschleunigten.

Mich bedrückte das sehr und ich stellte ein Denkmal hin worauf stand «Dieses Volk scheiterte an seiner Geschichte!»

 

Als ich nun so im Weltraum hing und «Brain Demage» über das Intercom lief dachte ich daran wie viele Länder da unten waren die keine echte Demokratie kannten, oder diese erst vor wenigen Jahren oder Jahrzehnten eingeführt hatten. Es würde noch eine lange Zeit dauern, bis es auf der Erde keine Diktatoren wie Erdogan, Orban, Putin, Kim Jong-un’s, Assad und ein Dutzend anderer mehr geben würde. Und ich dachte auch an Dummköpfe wie Boris Johnson oder Donald Trump die letztlich schlimm waren, aber immerhin, wenn auch von einem seltsamen, aber immerhin politisch legitimierten Volk gewählt waren.

Dann schüttelte ich all diese Gedanken ab, wies den Brorcomputer an die Musik zu wechseln und genoss noch etwas Georg Kreisler, eh ich wieder an Bord ging und den Heimflug antrat.

 

 

Datenschutzerklärung

Von WordPress wurde ich darauf hingewiesen, dass wir eine Datenschutzerklärung in diese Homepage einbinden sollten.

Hm. Das ist das Internet, wie soll das gehen?

Die grosse Aktion «Sandindieaugen», sprich Datenschutz für Internetuser/innen möchte das so. Basta.

Tatsächlich kann es heute keine Datenschutzerklärungen auf Internetseiten geben, die tatsächlich eingehalten werden könnten.

Wir beschränken unsere daher auf Folgendes:

Liebe Leserin, lieber Leser. Sie befinden sich auf unserer Homepage und damit im Internet. Ehrlich gesagt sind alle Datenschutzerklärungen absolut überflüssig, denn Tatsache ist, absolut alle Informationen werden, ohne unsere Zustimmung von Providern, Hoster und der ganzen verdammten Internet-Datensammelmafia, den Geheimdiensten und wasweissichnichtwem gesammelt und in irgendeiner Form weiterverarbeitet. WIR EMPFEHLEN DAHER:

  1. Richten Sie sich den Browser Opera ein und stellen Sie ihn auf höchste Sicherheitsstufe inkl. VPN (Link VPN Erklärung Wikipedia)
  2. Löschen Sie nach dem Besuch unserer Seite alle Browserdaten.
  3. Wenn Sie gaanz sicher gehen wollen: Verlassen Sie das Internet! Kaufen Sie sich ein spannendes Buch und laden Sie sich vorher die Offline-Version von Wikipedia herunter.

Können Sie sich erinnern? Die Zeit vor Internet? Telefonate mit Freunden, statt ein fb-like? Bücher lesen statt Game of Thrones streamen? Verstohlen und beschämt am Kiosk ein Heftli kaufen statt sich durch myporn, youporn oder wessen porn auch immer zu klicken (nicht dass das irgendjemand jemals tun würde!).  Am Samstag mit Freund oder Freundin, Kumpels usw. shoppen gehen, statt den ganzen Krempel online zu kaufen?

Ok, wenn Sie das erlebt haben, dann können wir uns jetzt duzen, denn wir sind in einem Alter, wo wir das einfach so tun können.

Also, hi, ich bin Smy. Ich brauche das Internet seit seinen Anfängen und ich hatte grosse Hoffnungen. Als ich meinen ersten Wikipedia-Eintrag verfasste, gab es gerade an die fünftausend Artikel über die Schweiz und alle AkademikerInnen hassten es. Wir redeten von der Demokratisierung des Netzes, von grenzenlosem Wissen und der Möglichkeit, dass wir endlich alle Freunde werden könnten.

Was am Ende blieb, ist, dass die Demokratisierung des Netzes zerschlagen wurde wie der arabische Frühling, das grenzenlose Wissen zu einer Lawine von Fake-News geworden ist und absolut niemand im Netz sicher ist. Freundschaft wird auf likes reduziert und auf ein Herz-Emoji. Millionen Tonnen Leerfracht und noch einmal Millionen Tonnen Retouren, Datenklau, Kontohacker und Persönlichkeitsdiebstahl, Kinderpornografie, Hatestorms, Shitstorms und youtube-Fanhysterie für Schminktipps.

Sag mir, Freund, der auch du die Zeit kanntest, in der die Länge des Kabels vorgab, wie weit du dich vom Telefon entfernen konntest und es nervte, wenn zu viele Neunen in einer Telefonnummer vorkamen, weil man dann so lange warten musste, bis die Wählscheibe zurückgedreht ist, sag mir also, denkst du nicht auch ab und zu: «Ihr könnt mich doch alle am Arsch lecken!»?

Also ich schon, ich denke das oft. Weshalb nutze ich denn das Internet noch immer? Weil wir in Geiselhaft des technischen Fortschritts sind. Wir können es lassen und werden abgehängt, verstehen nur noch Bahnhof und werden kaum noch ein Telefon bedienen können, oder wir machen den Scheiss mit und versuchen, das Beste draus zu machen, auch wenn das, nun mal ehrlich, kaum zu finden ist.

Aus der schönen neuen Welt ist ein Reich von Wegelagerern geworden. Und aus der Hoffnung, einen Ausweg aus den konservativ-kapitalistischen Zwängen zu finden, ist ein Instrument des neoliberalen Kapitalismus geworden, die Massen mit Konsumzwängen zuzuscheissen, bis sie sich vor lauter Unfähigkeit, denen nachkommen zu können, vor den Zug werfen.

Jaja, das Internet hat auch Gutes. Wir konnten den Astronomen bei der Suche von Planeten und anderem helfen. Doch was nützt uns das? Wir konnten der Medizin helfen, Krankheiten und deren Muster zu verifizieren. Toll, in der Zwischenzeit sterben Menschen wegen des Konsums von Medikamenten, die sie legal und illegal im Internet bezogen haben.

Kurz gesagt, erinnern wir uns an die wirklich weisen Worte von Amy in The Big Bang Theory, die sie über den Film «Die Jäger des verlorenen Schatzes» sagte: «Indiana Jones [der Held des Films] spielt für den Ausgang der Geschichte überhaupt keine Rolle. Wenn er nicht in dem Film wäre, würde der dennoch auf die gleiche Weise enden.» Ja das ist wahr, und fast genauso verhält es sich mit dem Internet.  Ist das nicht traurig?

Wie also geht es weiter? Keine Ahnung, echt. Ehrlich gesagt habe ich nicht die geringste Hoffnung, dass sich das zum Guten wenden wird. All die Versprechungen von der «Befreiung» des Individuums aus den Fesseln der «Cookie-Gilden» klingen hohl angesichts der Tatsache, dass es genau die grossen internetfirmen sind, die uns versprechen, dass «wir versprechen, uns zu bessern» (Mark Zuckerberg, 2018).

Also, auf dem Smartphone den Browser SnowHase installieren und auf dem Computer ein VPN-Add-on  für den Browser (diese können kostenpflichtig sein, aber das lohnt sich allemal).

Oder aber man lässt das alles, liest die Datenschutzerklärung und AGB der Anbieter und drückt brav auf «ok» und auf «Einverstanden», wenn deine Bewilligung für Cookies erfragt wird.

Es kann ja so einfach sein!

Centauri

Hinter dem dicken Glas der Biosphären-Kuppel sah ich den Ausserirdischen nachdenklich durch die Dünen gehen und fragte mich, ob er vielleicht beleidigt war, weil wir ihn nicht haben mit uns pokern lassen.

Der Umgang mit Fremden ist manchmal schwierig. Die Sprache, die Sitten, ja das ganze Verhalten ist uns manchmal fremd, und ich, das muss ich leider zugeben, bin manchmal zu faul, mich darauf einzulassen.

Da will man halt einfach mit den Freunden pokern. Was aber, wenn der Fremde auch ein Freund sein könnte, wenn es gar nicht so schwer wäre, sich mit ihm anzufreunden, mit ihm zu pokern und sich mit ihm zu unterhalten?

Die Einheimischen von Centauri 2 sind besondere Wesen. Gross, etwas durchscheinend und auf eine verwirrende Weise schön. Sie kommunizieren unter sich telepathisch, mit anderen Species in einer, jedenfalls für das doch eher beschränkte Menschengeschlecht, sehr komplizierten Lautsprache. Als ich das erste Mal auf Centauri 2 war und mich einer telepathisch ansprach, ist mir fast das Gehirn durchgeschmolzen. Zu viele Informationen.

Noch immer beobachtete ich den Centauri, der inzwischen wieder in Richtung Kuppel kam, entschuldigte mich bei meinen Pokerfreunden, was ich gerne tat, denn ich hatte ein so schlechtes Blatt, sodass ich die halbe Ausstattung meines Raumschiffs verloren hätte, und erwartete den Centauri an Schleuse N4. Als er von draussen reinkam, sah er mich an, neigte das, was wir als Kopf bezeichneten in, wie es den Anschein machte, schmerzhaftem Winkel zur Seite und leuchtete kurz hellblau auf.

Ich will es kurz machen. Mein Versuch, ihn zu uns zum Pokern einzuladen, schlug fehl, und mein Unvermögen, mich richtig mit ihm zu unterhalten, brachte mich kaum weiter. Mehr als fünf- oder sechsmal musste ich seither mit ihm Kontakt aufnehmen und fleissig seine Sprache lernen, bis wir uns einmal bei einem Bier bzw. irgendeiner seltsamen Flüssigkeit unterhalten konnten.

Er nippte an seinem Bier und sah mich über die hellgrüne Schaumkrone hinweg an. Das Gespräch verlief schleppend, weil wir kaum ein gemeinsames Thema fanden.

Der Handelsstreit mit Centauri Minor war schnell abgehakt und auch das Wetter bot wenig. Centauri hat genau zwei Wetter. Klar und kalt oder sehr heiss und mit Sturmwinden von etwa vierhundert Stundenkilometer. Da wir gerade «Winter» hatten, war es sehr kalt und klar, und das würde es auch noch rund dreihundert Sonnenumrundung, also etwa eineinhalb Erdjahre dauern.

Der Umgang mit Fremden ist manchmal schwierig. Das denken sich auch die Fremden, die dann nicht Fremde sind, weil wir die Fremden sind.

Unsere Ignoranz, die Angewohnheit, «unter sich» zu bleiben, die Angst oder Unsicherheit vor dem Fremden, all das behindert uns. Die Lebensform C4PP3 auf Kowalski kennt weder Scheu noch Zurückhaltung mit fremden Wesen. Sie kennen absolut keine Angst oder auch nur schon Bedenken. Ihre Neugierde ist fast grenzenlos und grenzt, jedenfalls für mich, ans Nervtötende.

Ob wir etwas mehr wie die C4PP3 sein sollten? Andererseits explodierte vor einiger Zeit eine der Sauerstoff-Leitungen in Halle 2. Alles machte sich aus dem Staub, nur die C4PP nicht. Sie sahen zwar die Notwendigkeit, den Ort zu verlassen, doch einfach nicht schnell genug. Die Hälfte der Shuttle-Besatzung kam ums Leben und wie es schien, kümmerte das den Rest kein bisschen.

Etwas dazwischen wär vielleicht nicht schlecht, denk ich mir manchmal, und auch wenn der Centauri nun nicht zu einem Freund geworden ist, so bin ich doch froh, ihn zu kennen, denn sein Wissen ist einfach überwältigend, und was noch besser ist, der Kerl kocht ein Centerin-Gulasch von derart apokalyptischer Schärfe, dass ich einfach nicht genug davon bekomme.

Das Shooting

Abenteuer zu erleben, zumal, wenn man wie ich ein Ich hat, das das für einen erledigt, ist nicht schwer. Es braucht ein Schweizer Taschenmesser, den unerschütterlichen Glauben daran, dass die Bluterei einmal aufhört, und natürlich ein Handtuch. Nun, das Handtuch ist nicht ganz so wichtig, aber es hilft.

Es war nie meine Absicht, Abenteuer zu bestreiten, die Sterne zu bereisen oder den Wald der Buchin zu besuchen. Aber Dinge geschehen. Immerzu und, wie man in der Innerschweiz sagt, allport!

Da ihr vielleicht, nur vielleicht, den Wunsch hegt, von diesen Abenteuern zu hören, dann sei hierrauf verwiesen: «Die wirklichwirklichwahren Abenteuer des SMY in der Anderswelt»

Wer nichts von alledem wissen will, dem sei hier das Ende des Internets wärmstens empfohlen: LINK

Alle anderen kommen mit mir!

Der 29. September morgens. Ich wollte wieder einmal Fotos machen, denn, wie einige wissen, ist das mein Beruf. Ich packte Stiefelhosen und Kamera ein und machte mich auf den Weg in den Wald der Buchin. Da ich den Wald seit einigen Jahren und seit einem ganz besonderen Vorkommnis stets bei mir trage, war der Weg nicht weit.

Was mir vorschwebte, waren Aufnahmen von Nixen, Nymphen, Blubberern oder gar einem Gurgler, und das hiess, dass ich mich ins Wasser wagen müsste. Der kleine Bach, der sich von Nordwesten her durch den Wald der Buchin bis hinunter zum sumpfigen Birkenhain zieht, ist der richtige Ort für ein solches Vorhaben. Ach was habe ich da Nixen gesehen!

Als ich an jenem mit riesigen Moosen und Farnen bewachsenen Teil ankam, bei dem der Bach nicht mehr gurgelnd und singend über die Steine springt, sondern still und gemächlich und gar nicht tief über den moorigen Boden kriecht, zog ich mir die Stiefelhosen über und trat hinaus  ins kühle Wasser, um auf mein erstes Sujet zu warten.

Übrigens, damit es keine Missverständnisse gibt, es gab, gibt und wird niemals Fotos von Nixen, Gurglern oder Blubberern geben. In meiner Kamera war selbstverständlich kein Chip und auch zu Hause habe ich keine Fotos. Nixen können nicht fotografiert werden. Geht nicht. Ausgeschlossen. Wer was anderes erzählt, ist ein stümperhafter Lügner.

Ich liebe nur das Fotografieren der Wesen im Wald der Buchin. Ich brauche keine Fotos von ihnen. He, jeder braucht ein Hobby, kümmert ihr euch um das eure!

Nach einiger Zeit tauchte tatsächlich eine Nixe auf. Sie kannte mich schon lange und ich und ihre Freunde haben oft Zeit am Bach verbracht. Hnnn, so war ihr Name, was ehrlich gesagt genau dem Geräusch entspricht, das mir jedes Mal, wenn ich sie sehe, entwischt, lugte aus dem Wasser. «Fotoshooting?», fragte sie. «Wenn du magst», antwortete ich, und schon war sie untergetaucht und weg.

Ich wartete sicher zehn Minuten im kalten Nass, als plötzlich das Wasser aufschäumte und ein echter Gurgler sein nasses Haupt über die aufgeschäumten Fluten hob. Er war wirklich happy, dass man ihn einmal fotografieren wollte, und auch wenn wir beide wussten, dass es nicht ein einziges Foto geben würden, hatten wir ein tolles Shooting!

Manchmal kann man etwas machen, ohne das gleich was Bleibendes dabei rausspringt. Man macht es einfach so. Der Drang des Menschen, sich immer überall und für alle Zeiten zu verewigen, ist dumm. Wen interessiert es, ob ein Film in der Kamera steckt, wenn man gerne fotografiert? Und wen, ob es Publikum gibt, wenn man gerne musiziert? Ich kenne einen Mann, der seit vierzig Jahren politische Reden hält und das nur dann, wenn er alleine ist. «Ach weisst du», sagte er mir einmal, «ich habe Angst vor Menschenmengen, aber ich halte einfach so gerne politische Reden!»

Und die Moral von der Geschicht? Moral? Kann man hier nicht einfach mal ne Geschichte erzählen? Moral! Pah!

Und nicht vergessen: Am 31. Oktober 2019 im Gartensaal der Kustorei: «Die wirklichwirklichwahren Abenteuer des SMY in der Anderswelt» Alle Infos auf der Veranstalter-Seite: www.kulturfläck.ch